In vielen Bundesländern sind derzeit Sommerferien – und die Adriaküste traditionell ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen. Kilometerlanger Strand und reichlich Sonnenschein lockten zuletzt zahlreiche Reisende in die Region. Die sommerliche Wetterlage brachte jedoch auch ungewöhnliche Bedingungen mit sich. Eine anhaltende Hitzewelle ließ die Wassertemperaturen im Mittelmeer vielerorts auf ungewöhnlich hohe Werte steigen. Warmes Meerwasser kann der Atmosphäre zusätzliche Energie zuführen: Durch stärkere Verdunstung gelangt mehr Feuchtigkeit in die Luft, was die Bildung heftiger Gewitter begünstigen kann. Meteorologen sehen darin einen möglichen Faktor dafür, dass die Unwetter derzeit besonders stark ausfallen und nun Teile der Adriaküste getroffen haben. Faustgroßer Hagel, Sturm und Tornado Seit einigen Tagen ziehen heftige Gewitter über die Urlaubsregionen an der Adriaküste. Dabei kam es laut dem Portal „Wetteronline“ zu faustgroßen Hagelkörnern, orkanartigen Böen und Starkregen. Zahlreiche Autos und Gebäude wurden beschädigt. An der italienischen Ostküste wurde in Sottomarina offenbar ein Tornado beobachtet – Videos in sozialen Medien zeigen, wie sich eine Wasserhose über dem Meer bildet und anschließend in Richtung Strand bewegt. Für viele Urlauber bedeutet das Wetter eine unerwartete Unterbrechung ihrer Ferien. Statt sonnigen Badewetters zeigen Aufnahmen aus den betroffenen Regionen teilweise leere Küstenabschnitte und aufgewühlte See. Besonders an der Küste können Gewitter gefährlich werden: Blitze, starke Windböen, Hagel und hohe Wellen stellen vor allem für Menschen im Freien und auf dem Wasser ein Risiko dar. Lage bleibt in kommenden Tagen angespannt Das kroatische Ministerium berichtet, dass ein deutsches Segelboot im Vrgada-Kanal infolge starker Winde und schlechter Wetterbedingungen am Sonntag in Seenot geraten ist. Die acht Meter lange „Caprich“ wurde zwischen Arta Vela und Vrgada gegen felsiges Ufer gedrückt und dabei beschädigt. Einsatzkräfte der Hafenbehörde konnten das Boot sichern und in die Marina Hramina schleppen, wo es am Nachmittag ankam. Die beiden Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Ein Ende der Gewitterperiode ist vorerst nicht in Sicht, auch wenn es nicht jeden Tag gewittert. In den betroffenen Urlaubsregionen an der Adria bleibt die Lage angespannt. Bereits für das Wochenende sind neue Unwetter angekündigt. Urlauber sollten sich daher regelmäßig über die aktuelle Wetterlage und amtliche Warnungen informieren. Das Auswärtige Amt empfiehlt die Seite Meteoalarm. Die Adriaküste umfasst die Küsten mehrerer süd- und südosteuropäischer Staaten am Adriatischen Meer. An ihrer Westseite liegt Italien, an der Ostküste erstrecken sich Slowenien, Kroatien, Bosnien und Hercegovina, Montenegro und Albanien. Zusammen bilden sie einen geographisch und kulturell vielfältigen Raum, der seit jeher von maritimen Verbindungen, vom Tourismus und von einem gemeinsamen mediterranen Klima geprägt ist.
