Mindestens 14 Menschen sind bei einem Erdbeben im Südwesten Japans ums Leben gekommen. Das gab die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi am Mittwoch bekannt. „Es warten immer noch Menschen auf Rettung, und das ist ein Rennen gegen die Zeit“, sagte Takaichi. Die lokalen Behörden hatten zunächst mitgeteilt, dass mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen seien, sechs weitere hätten am Mittwoch einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten und 62 weitere seien verletzt worden. Auch wurde noch nach mehreren Vermissten gesucht. Am Dienstag hatte ein Erdbeben der Stärke 7,1 die Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu getroffen. Mindestens drei Menschen kamen bei einer Explosion in einem Einkaufszentrum ums Leben, die sich kurz nach dem Erdbeben ereignete, wie der Betreiber am Mittwoch erklärte. Weitere Personen würden noch vermisst. Es sei „sehr wahrscheinlich“ zu einer Gasexplosion gekommen, doch die Untersuchungen dauerten an. 170 Mitglieder der japanischen Selbstverteidigungskräfte sind laut Verteidigungsminister Shinjiro Koisumi allein bei der Shopping Mall im Einsatz. Insgesamt seien 4600 Mitglieder der Selbstverteidigungskräfte sowie 480 Polizeikräfte anderer Präfekturen in das Unglücksgebiet entsandt worden. Rund 10.000 Menschen würden in Evakuierungszentren versorgt, sagte Takaichi am Mittwoch weiter. Die Zeitung „Asahi Shimbun“ berichtete, dass am Mittwoch noch die Wasserversorgung von mehr als 80.000 Haushalten unterbrochen war und mehr als 30.000 Haushalte keinen Strom hatten. Zudem seien weiterhin Straßen gesperrt, auch wegen eingestürzter Brücken, und der Zugverkehr sei noch nicht vollständig wiederhergestellt. Bei den Atomkraftwerken in Japan wurden der Atomaufsichtsbehörde zufolge zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt. Drei zu dem Zeitpunkt in der Region in Betrieb befindliche Atomreaktoren setzten demnach ihren normalen Betrieb fort.
