FAZ 02.10.2026
21:10 Uhr

Champagner und Co.: Was unterscheidet die verschiedenen Schaumweine?


Noch knapp drei Monate bis Weihnachten: Genügend Zeit, den richtigen Schaumwein in den Keller zu schaffen. Im Angebot finden sich Champagner, Cava, Sekt und Prosecco – doch was ist der Unterschied?

Champagner und Co.: Was unterscheidet die verschiedenen Schaumweine?

Im Alltag werden sie oft als Synonyme gebraucht, doch bezeichnen die Begriffe Verschiedenes: Champagner und Cava. Beide haben eine geschützte Herkunft mit vorgeschriebener Flaschengärung, doch ist Sekt eine Erzeugniskategorie, Prosecco eine Herkunft mit Rebsortenbezug und eigenem Verfahren. Alle diese Unterscheidungsmerkmale haben Auswirkungen auf den Preis. Über die Qualität sagt jedoch keiner der Gattungsbegriffe etwas aus. Was macht Champagner aus? Champagner ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung (AOC) für Schaumweine aus der Champagne. Verwendet werden überwiegend Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, die von Hand gelesen werden müssen. Die zweite Gärung, die für die Kohlensäure sorgt, findet in der Flasche statt (méthode traditionnelle) und führt zu mindestens fünf bar Druck. Nicht-Jahrgangs-Champagner (non-vintaged oder NV) reift mindestens 15 Monate, davon zwölf auf der Hefe, Jahrgangs-Champagner (Millésime) mindestens 36 Monate, „Prestige-Champagner“ nochmals deutlich länger. Das Verfahren allein genügt aber nicht: Schaumweine aus anderen Regionen dürfen nicht Champagner heißen. Was ist ein Cava? Cava ist eine spanische Ursprungsbezeichnung (DO) und erfordert ebenfalls die Flaschengärung nach traditioneller Methode. Der Schwerpunkt liegt im katalanischen Penedès, zulässig sind aber auch weitere Regionen. Klassische Rebsorten sind Macabeo, Xarel·lo und Parellada, auch Chardonnay und Pinot Noir. Die Reifezeit beträgt bei der klassischen Cava mindestens neun Monate, bei der Reserva 18, der Gran Reserva 30 und der Cava de Paraje Calificado 36 Monate. Wann spricht man von Prosecco? Prosecco ist seit 2009 eine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOC) mit mindestens 85 Prozent Glera aus dem Veneto oder Friaul-Julisch Venetien. Die zweite Gärung erfolgt meist im Drucktank und dauert nur Wochen, nicht Monate. Man unterscheidet den seriösen Spumante (mindestens drei bar) und den perlenden Frizzante (ein bis 2,5 bar). Die höchste Stufe bilden die DOCG-Herkünfte Conegliano Valdobbiadene und Asolo, Handlese obligatorisch. Der Colfondo gärt in der Flasche nach und wird nicht, wie auch der populäre Pét Nat (pétillant naturel), von der Hefe getrennt. Und was ist mit Sekt? Sekt bezeichnet nach deutschem Recht einen Qualitätsschaumwein mit mindestens 3,5 bar Kohlensäuredruck und zehn Volumenprozent Gesamtalkohol. Der Begriff sagt nichts über Gebiet, Rebsorte oder Gärverfahren. Die zweite Gärung kann im Tank oder in der Flasche erfolgen, der Grundwein darf aus mehreren EU-Ländern stammen. Erst Zusätze schaffen Klarheit: Deutscher Sekt setzt deutsche Trauben voraus, Sekt b. A., also Sekt bestimmter Anbaugebiete, Trauben aus einem bestimmten deutschen Anbaugebiet bei mindestens neun Monaten Herstellungsdauer. Winzersekt entsteht im Erzeugerbetrieb aus eigenen Trauben per Flaschengärung. Wichtige Rebsorten sind Riesling, Weißburgunder, Chardonnay und Spätburgunder. Und wofür stehen Begriffe wie Brut und Extra Brut? Übergreifend ist die internationale Kategorisierung nach Restzucker: Brut Nature bis drei g/l, Extra Brut bis sechs, Brut bis zwölf, Extra Dry zwölf bis 17, Sec 17 bis 32, Demi-Sec 32 bis 50, Doux über 50. Ich persönlich bevorzuge trockene Schaumweine mit langer Flaschengärung, weil der lange Hefekontakt für komplexe Aromen von Brioche und Nuss und feinere Perlage sorgt. Bevorzugen Sie eher die Frucht, greifen Sie zu einem Sprudel, der im Tank vergoren wurde. Oder essen Sie besser gleich einen Fruchtsalat.