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11.03.2026
08:49 Uhr
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Rüstung boomt, Ausschüttungen an Rheinmetall-Aktionäre steigen +++ Lufthansa-Piloten streiken +++ Galeria droht mit Filialschließungen +++ Google-Chef Pichai könnte bis zu 692 Millionen Dollar verdienen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Uniper beschert dem Bund viele Millionen EuroZum ersten Mal nach vier Jahren möchte der Energiekonzern Uniper, der auch Deutschlands größter Gashändler ist, eine Dividende ausschütten. Damit klingelt vor allem beim Bund die Kasse, denn das Unternehmen wurde 2022 in der Gaskrise zum allergrößten Teil verstaatlicht. 72 Cent je Aktie sollen die Anteilseigner bekommen, nachdem das Unternehmen seine Gewinnziele im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht hat, teilte Uniper am Mittwoch in Düsseldorf mit. In Summe bedeutet das: der Hauptversammlung wird eine Ausschüttung von 300 Millionen Euro vorgeschlagen. Bis Ende 2025 wäre dies noch gar nicht möglich gewesen, da wegen der staatlichen Rettung ein Dividendenverbot galt. Dieses ist aber mittlerweile aufgehoben.\"Die Möglichkeit, wieder Dividenden zahlen zu können, ist ein Zeichen der finanziellen Stabilität und ein wesentlicher Baustein für die Kapitalmarktfähigkeit von Uniper\", lässt sich Konzernchef Michael Lewis in einer Mitteilung zitieren. Zwar habe der Gewinn \"erwartungsgemäß deutlich unter den außergewöhnlich guten Ergebnissen des Vorjahres\" gelegen, teilte Uniper weiter mit. Doch das hatte das Unternehmen schon erwartet und somit seine Prognose erreicht. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 1,1 Milliarden Euro, nach 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Als bereinigten Nettogewinn (Adjusted Net Income) gab Uniper 544 Millionen Euro an, während es im Jahr 2024 noch 1,7 Milliarden Euro gewesen waren.Der deutsche Staat hatte Uniper im Jahr 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus einer Schieflage gerettet. Damals stoppten plötzlich die Gaslieferungen aus Russland, was das Unternehmen als Importeur heftig traf und eine Kettenreaktion in Richtung der Kunden, etwa vieler deutscher Stadtwerke befürchten ließ. Uniper erhielt eine Milliardenspritze vom Bund, dieser wurde auch Mehrheitseigentümer. Auflage der EU-Kommission ist aber, dass der deutsche Staat sich bis Ende 2028 wieder von seiner Mehrheit trennt und dann nur noch maximal 25 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen halten darf.
Porsche meldet drastischen Gewinneinbruch von mehr als 90 ProzentDas Debakel im China-Geschäft und milliardenhohe Belastungen durch den Strategieschwenk haben den Gewinn des Sportwagenherstellers Porsche stark sinken lassen. Wie das baden-württembergische Traditionsunternehmen am Mittwoch mitteilte, betrug der operative Gewinn (Ebit) im vergangenen Jahr nur noch 413 Millionen Euro nach knapp 5,6 Milliarden Euro im Jahr davor. Das ist ein Minus von 92,7 Prozent. Nur mit dem Verkauf von Autos – also ohne Finanzdienstleistungen – hat Porsche sogar nur noch 90 Millionen Euro verdient. Der Umsatz ging um 9,5 Prozent auf nun 36,3 Milliarden Euro zurück. Die operative Umsatzrendite beträgt damit 1,1 Prozent (Vorjahr 14,1 Prozent). Grund für das schlechte Ergebnis ist vor allem die teure Neuausrichtung der Modellpalette, nachdem das Unternehmen im September verkündet hatte, wieder verstärkt auf Autos mit Verbrenner zu setzen, weil Porsche den Hochlauf der Elektromobilität falsch eingeschätzt hatte. Hinzu kommen Aufwendungen für ein erstes Sparpaket, im Zuge dessen das Unternehmen plant, rund 4000 Stellen abzubauen, sowie Kosten für die Aufgabe einer eigenen Batteriezellfertigung in Kirchentellinsfurt bei Tübingen. Ein zweites Sparpaket ist angekündigt, die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sind allerdings noch ausgesetzt, weil der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters noch die künftige Strategie für Porsche erarbeitet. Der frühere McLaren-Chef hatte den Posten Anfang des Jahres von Oliver Blume übernommen. Leiters will im Laufe des Vormittags bei der Jahresbilanzpressekonferenz seine Pläne erläutern, es ist der erste öffentliche Auftritt des 54 Jahre alten Managers für Porsche.
Henkel startet verhalten in 2026Der Konsumgüterkonzern Henkel rechnet nach einem von Unsicherheit geprägten Jahr für 2026 mit leicht steigendem Umsatz und Gewinn. Trotzdem bleibt der Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel angesichts schwacher Konsumstimmung und belasteter industrieller Nachfrage vorsichtig: \"Mit dem Ende Februar begonnenen Krieg im Nahen Osten haben die Unwägbarkeiten noch einmal deutlich zugenommen\", sagte Knobel. Der Start in das Jahr werde voraussichtlich etwas verhaltener ausfallen, teilte Henkel am Mittwoch zur Vorlage der Jahresbilanz mit.Wechselkurse und ein Verkauf von Handelsmarken im Konsumentengeschäft in den USA lasteten 2025 auf dem Umsatz des Düsseldorfer Unternehmens: So lag der Umsatz mit rund 20,5 Milliarden Euro um 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert, bereinigt um Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufe legte der Umsatz leicht um 0,9 Prozent zu. Das lag vor allem an Preiserhöhungen. Auch für 2026 rechnet Henkel mit einem hohen Preisniveau angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Der Umsatz soll aus eigener Kraft um ein bis drei Prozent zulegen. Die bereinigte Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll zwischen 14,5 und 16 Prozent liegen. Im Geschäftsjahr 2025 stieg dieser Wert von 14,3 auf 14,8 Prozent.Der Hauptversammlung schlägt das Unternehmen vor, die Dividende um 1,5 Prozent auf 2,07 Euro je Vorzugsaktie und 2,05 Euro je Stammaktie zu erhöhen. Damit läge die Ausschüttungsquote unverändert bei 37,9 Prozent und weiterhin am oberen Ende der angestrebten Bandbreite von 30 bis 40 Prozent.
Lufthansa-Piloten streiken am Donnerstag und FreitagDie Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) will die Deutsche Lufthansa noch diese Woche bestreiken. Betroffen seien von deutschen Flughäfen startende Passagier- und Frachtflüge der Lufthansa von Donnerstag, 00.01 Uhr bis Freitag, 23.59 Uhr, wie die VC am Dienstag mitteilte. Bei der Konzerntochtergesellschaft Lufthansa CityLine werde nur am Donnerstag gestreikt. Von den Maßnahmen ausgenommen seien Flüge in den Nahen Osten. Das betreffe die Ziele Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.Hintergrund des Arbeitskampfes seien die ergebnislosen Tarifverhandlungen über die Vergütung bei der CityLine und über die betriebliche Altersversorgung bei der Kernmarke Lufthansa und der Frachtsparte Lufthansa Cargo, teilte die Pilotenvertretung mit„Wir hätten eine weitere Eskalation sehr gerne vermieden“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Aber es liegt weiterhin kein Angebot vor.“ Es helfe nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiere, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der Altersversorgung sprechen wolle. Zu konstruktiven Gesprächen sei die VC jederzeit bereit.Mitte Februar hatte die Pilotenvertretung zeitgleich mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO einen Tag lang bei der Lufthansa gestreikt. Das Unternehmen hatte rund 800 Flüge streichen müssen und von fast 100.000 betroffenen Passagieren gesprochen.
Galeria droht mit FilialschließungenDer letzte deutsche Warenhauskonzern will mit Vermietern von acht seiner 83 Warenhäuser über die Höhe der Miete verhandeln. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass Schließungen möglich seien, sollte in den Gesprächen keine \"für beide Seiten tragfähige Lösung\" erreicht werden. Galeria kämpfe für den Erhalt der Filialen, sagte Vertriebschef Philipp Kretzer. \"Voraussetzung dafür ist jedoch ein wirtschaftlich tragfähiges Modell, das langfristig ein positives operatives Ergebnis ermöglicht.\" Es geht um zwei Warenhäuser in Köln (Hohe Straße und Breite Straße), die Filialen am Ku`damm und Hermannplatz in Berlin, sowie um Häuser am Münchner Rotkreuzplatz, in Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg.
Rheinmetall will jährlich Hunderte Drohnenboote bauen Der Rüstungskonzern Rheinmetall will nach eigenen Angaben die Produktion von unbemannten Booten, die auch Drohnenboote genannt werden, in Hamburg ausweiten. Das kündigte Rheinmetall-Manager Tim Wagner an, der die Division Naval Systems im Konzern leitet.„Wir fangen an mit einer relativ kleinen Anzahl von 15 Booten, um das ganze Thema in Fahrt zu bringen“, sagte Wagner. „Wollen aber dann schon auf 200 Boote pro Jahr hochskalieren.“ Im Dreischichtbetrieb könnten künftig 1.000 Boote im Jahr auf der Hamburger Werft Blohm+Voss produziert werden.
Bahn-Vorstand soll Abberufung von Finanzvorständin Dohm fordernDer Vorstand der Deutschen Bahn (DB) fordert einem Medienbericht zufolge in einem Schreiben an Aufsichtsratschef Werner Gatzer die Abberufung von Finanzvorständin Karin Dohm, schreibt die Nachrichtenagentur AFP. „Das Vertrauensverhältnis eines jeden Einzelnen zu Frau Dohm ist nachhaltig, tiefgreifend und unwiederbringlich gestört“, heißt es in dem Brief nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) laut Meldung von Montag.Die Zeitung hatte bereits zuvor berichtet, dass Dohm nach nur wenigen Monaten wieder abberufen werden solle. Demnach hatte Dohm zuletzt vor allem den mächtigen Konzernbetriebsrat gegen sich aufgebracht: Sie unterschrieb laut „SZ“ im Dezember eine sogenannte Gesellschafterweisung, die die Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services zur Folge hat – allerdings ohne zuvor mit den zuständigen Interessenvertretern zu sprechen.„Die Zerrüttung ist derart, dass eine gedeihliche, konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gremium nicht mehr möglich ist, solange Frau Dohm diesem angehört“, zitiert die Zeitung weiter. Dem Bericht zufolge ist das Schreiben laut SZ sowohl von Bahn-Chefin Evelyn Palla als auch von ihren vier Vorstandskollegen Michael Peterson, Martin Seiler, Bernhard Osburg und Harmen van Zijderveld unterzeichnet.Der „SZ“ zufolge schreibt der Vorstand weiter, dass die Handlungsfähigkeit des Vorstands in erheblicher Weise beeinträchtigt sei. Es sei zu befürchten, dass ein Fortbestand der „schwerwiegenden Differenzen“ zwischen Dohm, dem restlichen Vorstand und der Belegschaft „das Unternehmen ernsthaft schädigen“ könnte.Der Aufsichtsrat wird laut der Zeitung am 20. März das nächste Mal zusammenkommen, an diesem Termin stehe auch der Umgang mit der Personalie Dohm auf der Agenda. Die übrigen fünf Mitglieder des Bahn-Vorstands artikulieren dem Bericht zufolge in ihrem Brief an Gatzer eine Bitte: Sollte es bis dahin keine finale Lösung für ein einvernehmliches Ausscheiden geben, möge der Aufsichtsrat „zum Wohle des Unternehmens“ den „sofortigen Widerruf der Bestellung von Frau Dohm“ beschließen.
GEMA verklagt KI-Start-Up Suno „Wir bauen die Unterhaltungsplattform der Zukunft“, hat Mikey Shulman, Gründer und Vorstandschef von Suno, vollmundig vor wenigen Tagen auf Linkedin verkündet. Der amerikanische KI-Anbieter Suno erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit, bietet er seinen Nutzern doch die Möglichkeit, komplette Lieder per „Prompts“ zu generieren. Die Menschen würden sich nach mehr sehnen, schreibt Shulman in seinem Post: „Suno lässt alle aktiv an der Entstehung der Musikkultur teilnehmen und erweckt die Musik, die in Millionen von Menschen steckt, zum Leben.“ Sein Selbstverständnis führt zu juristischen Streitigkeiten mit Musiklabels und Künstlern, in die Suno in den USA sowie seit Montag vor dem Landgericht München I verwickelt ist. Dort hat die Verwertungsgesellschaft GEMA schon 2025 eine Unterlassungsklage gegen das Unternehmen eingereicht. Damals hatte die GEMA Hörbeispiele der „KI-Plagiate“ und Versionen von „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer, „Forever Young“ von Alphaville oder Liedern der Gruppe Boney M. auf ihrer Website veröffentlicht. Nach Auffassung der GEMA, die in dem Rechtsstreit die Interessen der Urheber vertritt, stimmen die mit Suno generierten Songs „in Melodie, Harmonie und Rhythmus“ weitgehend mit weltbekannten Werken überein. Unstreitig ist, dass Suno das Modell mit den sechs Musikwerken trainiert habe, teilte das Gericht mit. Gestritten wurde am Montag über die Ausgabe der Musikstücke. Weil sich das KI-Tool die Musikstücke „merke“, stelle dies eine unzulässige Vervielfältigung dar, argumentierten die Anwälte der GEMA. Jede Ausgabe sei eine Rechtsverletzung, die in Deutschland und in den USA als Urheberrechtsverletzung geltend gemacht werde. Die Lieder seien nicht urheberrechtlich geschützt, sagten die Anwälte der Beklagten, die sich außerdem auf die „Fair Use“-Doktrin beriefen. Die Rechtsfigur gestattet KI-Betreibern die Nutzung von geschütztem Material, sofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktionen dient. Soweit deutsches Recht anwendbar sei, hieß es von Suno, wären die Eingriffe durch Ausnahmen im deutschen Urheberrechtsgesetz gerechtfertigt – konkret nannte die Beklagte die Schranke des Text- und Data-Minings. Sie gestattet eine automatisierte Analyse von frei zugänglichen Werken, um so Informationen zu Mustern und Korrelationen zu gewinnen. „Wie alle anderen müssen auch Anbieter von generativer KI das Urheberrecht respektieren und die Urheberinnen und Urheber für ihre schöpferische Tätigkeit entlohnen“, sagte Kai Welp, Chefjustiziar der GEMA nach der Verhandlung. Dies müsse auch dann gelten, wenn die Systeme außerhalb der EU trainiert und am europäischen Markt angeboten würden. „Wir müssen verhindern, dass die europäischen Urheber leer ausgehen und die europäischen KI-Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil erleiden.“ Ihr Urteil will die Zivilkammer 42, die im November 2025 im Streit mit dem ChatGPT-Betreiber Open AI schon zugunsten der GEMA entschied, in drei Monaten verkünden (Az. 42 O 763/25).
\"Rheinische Post\" übernimmt WMHDie Zeitungslandschaft in Nordrhein-Westfalen ändert sich. Die Rheinische Post Mediengruppe hat eine Vereinbarung mit der Westfälischen Medien Holding (WMH) zum Kauf aller Aktien getroffen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme zustimmen, eine Summe ist nicht öffentlich. Die „Rheinische Post“ soll durch die Übernahme der WMH die auflagenstärkste Tageszeitungsverlagsgruppe in Nordrhein-Westfalen werden. Der Kauf der WMH-Zeitungen ist die zweite Übernahme von Tageszeitungen in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr. Der andere Fall betrifft die „Kölnische Rundschau“. Das Blatt wird unter dem derzeitigen Inhaber, dem Heinen-Verlag, letztmals Ende März erscheinen. Danach übernimmt der DuMont-Verlag die Herausgeberschaft und redaktionelle Verantwortung – also der Verlag des innerstädtischen Konkurrenten, des „Kölner Stadt-Anzeigers“. Auf einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung erfuhren die rund 30 Redakteure Ende Februar von ihren Kündigungen. Die Gewerkschaft Deutscher Journalisten-Verband (DJV) kritisiert, dass die „Kölnische Rundschau“ keine eigenständige Lokalredaktion mehr haben wird. Sie „wird zur Mogelpackung nach dem Modell Zombie-Zeitung“, sagte DJV-Landesvorsitzende Andrea Hansen. Der Medienminister von Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski (CDU), sagte der F.A.Z: „Wir dürfen dem Zeitungssterben in Deutschland mit all seinen Folgen für die Demokratie vor Ort nicht tatenlos zusehen.“ Er erwarte, dass die Verlage fair mit den Beschäftigten umgingen: „Ich werde deshalb nicht müde, beim Bund weiter für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Print- und Digitalabos von derzeit sieben auf 0 Prozent zu kämpfen.“
Google-Chef Pichai könnte bis zu 692 Millionen Dollar verdienen Wenn es richtig gut läuft für den Google-Chef Sundar Pichai, könnte er in den kommenden drei Jahren insgesamt bis zu 692 Millionen Dollar verdienen. Der Verwaltungsrat der Google-Muttergesellschaft Alphabet hat in der vergangenen Woche ein neues leistungsabhängiges Vergütungspaket für Sundar Pichai genehmigt, das sich auf den oben genannten Betrag aufsummieren kann, wenn alle darin festgelegten Ziele erreicht werden. Dies berichtet die „Financial Times“. Zum großen Teil besteht das Vergütungspaket aus Aktienoptionen, von denen er nur dann profitiert, wenn sich die Aktien von Alphabet deutlich überdurchschnittlich im Vergleich zu den anderen großen amerikanischen Unternehmen entwickeln, die im Index S&P 100 gelistet sind. Dies geht aus einer Meldung des Unternehmens an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervor. Demnach beträgt sein garantiertes Festgehalt nur zwei Millionen Dollar im Jahr, der Rest ist an bestimmte Bedingungen gebunden. Wenn sich die Alphabet-Aktie richtig gut entwickelt, könnte er dafür in zwei Tranchen mit bis zu 252 Millionen Dollar entlohnt werden. Hinzu kommen in den kommenden drei Jahren insgesamt 84 Millionen Dollar in Form gebundener Aktien, die er stückweise Monat für Monat bekommt, solange er im Unternehmen bleibt. Neu hinzugekommen sind Aktienprämien im Wert von bis zu 350 Millionen Dollar, die an das Wachstum der Tochtergesellschaft für selbstfahrende Taxis Waymo und des Lieferdrohnen-Start-ups Wing Aviation gekoppelt sind.„Der Ausschuss würdigt die hervorragende Leistung von Herrn Pichai als CEO“, heißt es in der Meldung von Alphabet an die Börsenaufsicht zur Begründung des neuen Gehaltspakets. Waymo und Wing hätten unter der Aufsicht von Sundar Pichai schon große Fortschritte erzielt und zeigten noch „ein starkes Potential“. Schon bisher habe die stark leistungsabhängige Bezahlung von Sundar Pichai dem Unternehmen und seinen Aktionären „erhebliche Vorteile gebracht“, es sei daher „im besten Interesse von Alphabet und seinen Aktionären, Herrn Pichai weitere Anreize zu bieten“.Der heute 53 Jahre alte Inder Sundar Pichai arbeitet seit 2004 für Google, stieg schnell in der Hierarchie auf und wurde im Jahr 2015 Chef von Google, vier Jahre später übernahm der ehemalige McKinsey-Berater zusätzlich die Leitung der Muttergesellschaft Alphabet. Der Aktienkurs hat sich seit August 2015 fast versiebenfacht, im Januar überstieg die Marktkapitalisierung von Alphabet kurzzeitig sogar die Vier-Billionen-Dollar-Marke. Das Forbes-Magazin schätzt Pichais Vermögen auf mittlerweile 1,5 Milliarden Dollar.
Millionenbetrug bei Postbank und NordLB Nach dem Hafturteil im Prozess um einen Millionenbetrug zulasten der Postbank und der NordLB muss der Prozess teilweise neu verhandelt werden, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Ursprünglich hatte das Landgericht Hildesheim einen heute 33-Jährigen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Weil er zusammen mit einem Komplizen rund 26 Millionen Euro erbeutete, wurde er wegen Beihilfe zum Computerbetrug sowie versuchten Betrugs verurteilt. Das Strafmaß und der Vorwurf des versuchten Betrugs müssen nun nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes neu verhandelt werden. Der BGH war laut einer Mitteilung des Landgerichts zu einer anderen rechtlichen Einordnung gekommen. Laut Urteil aus dem Jahr 2024 soll das Duo im Großraum Hannover ein Geflecht von Scheinfirmen errichtet haben. Damit sollen sie sich gegenseitig Lastschriftaufträge erteilt haben, die sie nach der Überweisung des Geldes jedoch stets zurückforderten. Das schon überwiesene Geld sendeten sie jedoch zwischenzeitlich weiter an andere Konten. So mussten jeweils die Banken für die Rückbuchungen aufkommen. Bei einer Braunschweiger Bank soll der 33-Jährige zudem versucht haben, einen gefälschten Scheck einer US-Bank über fünf Millionen US-Dollar einzureichen. Der Betrug fiel aber auf. Diese Tat muss neu verhandelt werden. Gegen seinen 11 Jahre älteren Komplizen wird noch in Hildesheim verhandelt.
Früherer Arbeitgeber-Chef zu hoher Geldstrafe verurteiltDer frühere Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, hat einen Strafbefehl wegen nicht abgeführter Sozialabgaben für eine Haushaltshilfe akzeptiert, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der 64-Jährige nahm seinen Einspruch laut einer Mitteilung des Amtsgerichts Bad Urach zurück. Damit ist der Strafbefehl rechtskräftig.Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 350 Euro. Insgesamt muss Wolf damit 28.000 Euro zahlen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er über mehrere Jahre eine Haushaltshilfe beschäftigt, ohne sie anzumelden und Sozialversicherungsbeiträge abzuführen. Wolf wurden 28 Taten des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt zur Last gelegt.Zunächst hatte Wolf gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt, wodurch eine Hauptverhandlung angesetzt werden sollte. Nach der Rücknahme des Einspruchs ist das Verfahren nun ohne Verhandlung abgeschlossen, wie eine Gerichtssprecherin erklärte. Die Ermittlungen liefen den Angaben zufolge seit 2022. Wolf war von 2006 bis 2023 Vorstandschef des Autozulieferers ElringKlinger. Von 2012 bis November 2020 führte er Südwestmetall, Ende 2020 rückte er an die Spitze von Gesamtmetall. Mitte Oktober 2025 legte er sein Amt nieder.
11 Prozent weniger Aufträge für die deutsche IndustrieDie deutschen Unternehmen haben ihre Produktion zu Jahresbeginn überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Januar zusammen 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Zuvor vom Finanzdienst Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 1 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte es einen Rückgang von revidiert 1 (bisher: minus 1,9) Prozent gegeben. Die Aufträge für die Industrie verminderten sich im Januar um 11,1 Prozent zum Vormonat.Das Bundeswirtschaftsministerium befürchtet infolge des Iran-Kriegs weitere Rückschläge. Wegen der auf den Weltmärkten gestiegenen Gas- und Ölpreise sei \"das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten Erholung der Industriekonjunktur deutlich gestiegen\". Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen.Die Industrie allein stellte im Januar 2,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Sie hatte in den letzten Monaten des vergangenen Jahres deutlich mehr Neuaufträge an Land gezogen, begünstigt zuletzt auch durch große staatliche Bestellungen für die Aufrüstung. Die Hersteller von Metallerzeugnissen fuhren ihre Produktion mit minus 12,4 Prozent besonders stark herunter. Deutliche Rückgänge gab es auch in der Pharmaindustrie (minus 11,9 Prozent) und bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (minus 6,8 Prozent).Dagegen nahm die Energieerzeugung mit 10,3 Prozent deutlich zu. \"Der deutliche Anstieg in diesem Bereich könnte auf die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen im Januar 2026 zurückzuführen sein\", erklärten die Statistiker. Die vielen Eis- und Frosttage wirkten sich auch auf den Tiefbau aus, etwa den Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken, Brücken und Tunneln: So verringerte sich die Produktion im Tiefbau um 7,5 Prozent zum Vormonat. Dennoch wuchs die Bauproduktion insgesamt um 2,9 Prozent.
UBS-Chef Ermotti verdient 15 Millionen Franken Sergio Ermotti zählt weiterhin zur Riege der bestbezahlten Manager der Schweiz. Der Vorstandsvorsitzende der Zürcher Großbank UBS ist für seine Arbeit im Geschäftsjahr 2025 mit 14,9 Millionen Franken entlohnt worden. Damit lag sein Salär genauso hoch wie im Jahr zuvor. In dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht preist der Verwaltungsrat Ermottis „herausragende Leistung und vorbildliche Unternehmensführung“. Gelobt werden insbesondere „die großen Fortschritte bei einer der komplexesten Integrationen in der Geschichte des Bankwesens“. Gemeint ist damit die Einbindung der im Jahr 2023 übernommenen Credit Suisse. Die Integration des Lokalrivalen, der mit dem Abbau tausender Mitarbeiter einhergeht, soll bis zum Ende dieses Jahres vollständig abgeschlossen werden. Der gesamte Konzernvorstand strich im vergangenen Jahr 145,3 Millionen Franken ein nach 143,6 Millionen Franken im Jahr zuvor. UBS hat 2025 einen Gewinn von 7,8 Millionen Dollar erzielt – gut 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor.