FAZ 30.09.2026
09:22 Uhr

Business-Ticker: Neuer Apple-Chef plant offenbar weitreichenden Konzernumbau


Kanzleiumsätze durchbrechen Schwelle von elf Milliarden Euro +++ Rheinfähre meldet Kurzarbeit wegen Niedrigwasser an +++ OpenAI entschuldigt sich +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Business-Ticker: Neuer Apple-Chef plant offenbar weitreichenden Konzernumbau

Kanzleiumsätze durchbrechen Schwelle von elf Milliarden EuroDer Kanzleimarkt in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2025 abermals eindrucksvoll gewachsen. Die 100 umsatzstärksten Wirtschaftskanzleien erwirtschafteten gemeinsam einen Umsatz von mehr als elf Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 5,4 Prozent. Ein respektables Ergebnis in einem Jahr voller Umbrüche, wie der Kölner Branchendienst Juve schreibt, der die finanziellen Kennzahlen des Mixes aus internationalen Großkanzleien, deutschen Sozietäten und spezialisierten Kanzleiboutiquen recherchiert hat.In der am Mittwoch veröffentlichten Analyse fallen zwei Werte besonders auf. Zum einen gelang es den Kanzleien im breiten Marktdurchschnitt, ihre Produktivität nochmals deutlich zu steigern. So erwirtschaftete jeder Anwalt in den Top-100-Kanzleien im Schnitt 712.000 Euro (+6,7 Prozent). Für den deutschen Kanzleimarkt ist das ebenfalls eine neue Bestmarke. Im Gegensatz zu früheren Geschäftsjahren war dieses Wachstum jedoch nicht auf weitere Einstellungen von Anwälten zurückzuführen. Die Zahl der Partner und angestellten Anwälte stagnierte und lag laut Juve bei gut 16.700 Vollzeitstellen. In der Untersuchung heißt es: „Das Marktwachstum entkoppelt sich vom Personaleinsatz.“In der Gruppe der zehn umsatzstärksten Einheiten liegt Freshfields mit 597 Millionen Euro weiterhin an der Spitze, gefolgt von CMS Hasche Sigle mit 445 Millionen Euro und Hengeler Mueller mit 409 Millionen Euro. Den größten Sprung mit einem Wachstum von 10,8 Prozent machte die US-Kanzlei Latham & Watkins mit 279 Millionen Euro. Vergleichbare Zuwächse erzielten die deutsche Großkanzlei Gleiss Lutz mit 10,4 Prozent auf 319 Millionen Euro und die amerikanische Sozietät White & Case mit 9,7 Prozent auf 271 Millionen Euro.Auffällig ist das Wachstum der US-Kanzleien, die häufig höhere Stundenhonorare als ihre deutsche Konkurrenz durchsetzen können und als Berater bei großvolumigen Private-Equity-Deals gesetzt sind: Kirkland & Ellis, die global umsatzstärkste Kanzlei, konnte ihren Umsatz in Deutschland innerhalb eines Jahres um mehr als 55 Prozent auf 123 Millionen Euro steigern. Dies spiegelt sich auch im Umsatz je Berufsträger wider: Lediglich in 18 Kanzleien erwirtschaftet jeder Anwalt einen jährlichen Umsatz von einer Million Euro oder mehr. Bis auf Hengeler Mueller und der britischen Topkanzlei Linklaters gelingt dieses Kunststück nur Anwälten aus US-Wirtschaftskanzleien.

Haribo baut doch kein neues Werk in NeussAnders als ursprünglich geplant baut der Süßwarenhersteller Haribo doch kein neues Werk in der nordrhein-westfälischen Stadt Neuss. Das Unternehmen teilte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es die Baupläne aufgegeben habe. Zuvor hatte die „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ darüber berichtet.„Seit Planungsbeginn haben sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändert“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Anhaltende globale Krisen hätten zu Verknappungen bei Baumaterialien und zu deutlichen Preissteigerungen auf den internationalen Märkten geführt. Ein Projekt dieser Größenordnung erfordere Planungssicherheit sowie einen verlässlichen, kalkulierbaren Zeit- und Kostenrahmen. In der Gesamtbetrachtung sei es die wirtschaftlich und unternehmerisch sinnvollere Lösung, die Planungen für den Neubau nicht weiterzuverfolgen.Im Mai 2024 war bekanntgeworden, dass Haribo neben dem bereits bestehenden Werk in Neuss für rund 300 Millionen Euro noch ein weiteres Werk in der Stadt bauen wollte, um dort Maoam-Kaubonbons zu produzieren. Der für 2025 geplante Baubeginn war bislang jedoch nicht erfolgt. Haribo will sich nach eigenen Angaben nun darauf konzentrieren, bestehende Standorte weiterzuentwickeln, darunter auch das Werk in Neuss.

Brauerei Wolters wird geschlossenDie nächste deutsche Traditionsbrauerei schließt für immer ihre Tore: Nur noch bis Ende des Jahres wird bei Wolters in Braunschweig Bier gebraut. Das bestätigte eine Sprecherin der mit dem Insolvenzverfahren beauftragten Kanzlei Eckert. Demnach wurden die rund 90 Beschäftigten am Montagnachmittag über die Schließung des Standortes informiert.Im Sommer hatte die 1627 gegründete Brauerei einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und das unter anderem mit Absatzrückgängen auf dem deutschen Biermarkt begründet. Zwischenzeitlich hatte Wolters auch nach neuem Kapital gesucht. „Ein entsprechender Investorenprozess für den Produktionsstandort blieb jedoch ohne Erfolg“, teilte die Insolvenzkanzlei nun mit. Zuvor berichtete die „Braunschweiger Zeitung“.Der deutsche Biermarkt war im vergangenen Jahr so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt Anfang Februar berichtet hatte. Im Sommer hatte das Unternehmen als Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Das Insolvenzverfahren über die Brauerei wurde zum 1. September eröffnet. Die Gewerkschaft NGG kritisierte die kurze Zeitspanne zwischen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Entscheidung. „Nach außen betrachtet wirkt dieser Vorgang weniger wie ein geordneter Sanierungsprozess als vielmehr wie eine Vollbremsung.“

Vesuvius im Visier von Weltmarktführer RHI MagnesitaDer österreichisch-brasilianische Spezialist für feuerfeste Produkte RHI Magnesita plant nach Medienberichten, den britischen Konkurrenten Vesuvius für 1,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Letzterer bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, seit einem Jahr mehrere unaufgeforderte Angebote erhalten zu haben. Nach britischem Übernahmerecht müsse RHI Magnesita bis zum 27. Oktober sagen, ob man ein formelles Angebot vorlegen wolle. An der Londoner Börse wurden die Vesuvius-Titel am Dienstag zu Mittag für knapp 4,7 Pfund (5,5 Euro) gehandelt – ein Plus von fast 25 Prozent zum Vortagesschlusswert. Nach einem Bericht des österreichischen Magazins „Profil“ soll die schwedische Investmentgesellschaft Cevian Capital, die mit 23 Prozent der Anteile einer der Kernaktionäre von Vesuvius sei, an einem Verkauf interessiert sein. Von RHI Magnesita gab es am Dienstagvormittag keine Bestätigung.RHI Magnesita hatte im vergangenen Jahr rund 3,4 Milliarden Euro umgesetzt und einen Gewinn von 94 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Weltmarktführer für feuerfeste Produkte ging 2017 aus der Fusion der österreichischen RHI mit der brasilianischen Magnesita hervor.

300 Millionen Euro Schaden: Großrazzia wegen Mobiltelefonen Wegen des Verdachts auf millionenfachen Betrug mit online verkauften Handys führen Fahnder eine europaweit angelegte Razzia mit rund 160 Durchsuchungen in 19 Ländern durch, auch in Deutschland. Verbrauchern in der EU entstand schätzungsweise ein Schaden von mindestens 300 Millionen Euro, wie die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Luxemburg mitteilte. Es handelt sich demnach um mindestens eine Million verkaufte Handys, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Den Betroffenen seien aus gebrauchten Teilen zusammengesetzte Geräte über das Internet als Neuware verkauft worden. Der Schaden entspricht dem Unterschied zwischen dem gezahlten Preis und dem Wert der Handys. Auf Online-Marktplätzen können sie von Konsumenten in der gesamten EU gekauft werden. Mehr als eine Million Handys „führender Hersteller“ sollen seit 2018 auf diese Weise vertrieben worden sein. Es handele sich um einen Top-Anbieter für Handys im Internet, hieß es. Die Geschäftspraxis, die bis zuletzt weiterlief, soll den Ermittlern zufolge so aussehen: In Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden zunächst Mobiltelefone aus gebrauchten Bauteilen zusammengebaut. Dann werden die Geräte gereinigt und neu verpackt in die Niederlande verschickt. Von dort gelangen sie zu Lagern in Deutschland.  Die Kriminellen sollen außerdem über Briefkastenfirmen mit Sitz in EU-Ländern und der Schweiz eine Steuerregelung missbraucht haben. Dadurch sei in mehreren EU-Staaten ein Mehrwertsteuerausfall in Höhe von 30 Millionen Euro entstanden, davon mindestens 25 Millionen Euro in Deutschland, teilte die Behörde weiter mit.  Die Firmen versteuerten demnach unrechtmäßig nur die Gewinnmarge, also die Differenz zwischen dem Einkaufspreis des Artikels und dem Verkaufspreis. Diese Steuerregelung gilt nur für weiterverkaufte Waren, für die schon Mehrwertsteuer entrichtet wurde. Da die Geräte jedoch als Neuware verkauft wurden, wäre die Steuer auf den gesamten Verkaufspreis zu berechnen. Ein Schwerpunkt der Maßnahmen lag in Nordrhein-Westfalen. In Krefeld wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Lagerhalle in einem Gewerbegebiet durchsucht, in der sich nach Schätzungen der dpa etwa 10.000 bis 15.000 Handys befanden. Insgesamt sind nach Angaben der EUStA etwa 1.770 Steuer-, Zoll- und Polizeifahnder an der Aktion beteiligt. Schon am Samstag wurden sieben Verdächtige festgenommen – vier in Deutschland, zwei in Österreich und eine Person in Spanien. Darunter sind demnach auch die zwei mutmaßlichen Anführer der Organisation. Die Behörden ermitteln in dem Fall auch wegen Einfuhrschmuggels, Verstoßes gegen das Markenrecht und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. 

 Google legt Beschwerde gegen EU-Anordnung einGoogle hat nach eigenen Angaben Rechtsmittel gegen eine Entscheidung der EU eingelegt, wonach der US-Tech-Konzern seine Daten mit anderen Suchmaschinenbetreibern teilen und sein Betriebssystem Android für rivalisierende KI-Diensten öffnen muss. Die Anordnungen aus Brüssel würden Google dazu zwingen, „die private Suchhistorie von Nutzerinnen und Nutzern ohne ausreichende Anonymisierung offenzulegen und zentrale Sicherheitsfunktionen auf Android zu schwächen“, begründete Googles leitender Direktor für Wettbewerb, Oliver Bethell, am Dienstag den Schritt.Die EU-Kommission hatte die Anordnung im Juli erlassen. Grundlage ist das Gesetz für digitale Märkte (DMA), mit der die Marktmacht der größten Techkonzerne der Welt eingeschränkt werden soll. Die Kommission forderte Google dazu auf, ab Januar 2027 Suchmaschinendaten zu teilen, um „gleiche Wettbewerbsbedingungen wiederherzustellen“. Änderungen an Android sollen im Juli 2027 in Kraft treten. Brüssel äußerte die Hoffnung, dass dadurch Alternativen zu Googles KI-Diensten wie Gemini entstehen könnten.Google hielt dem entgegen, Android sei bereits offen und interoperabel. Die EU-Entscheidung zwinge das Unternehmen, private Suchdaten an andere Firmen weiterzugeben – ohne ausreichende Anonymisierung, ohne Wissen der Nutzer und ohne deren Einwilligung. „Menschen nutzen die Suche für ihre persönlichsten Fragen –  von gesundheitlichen Sorgen bis zu engen Beziehungen – und uns vorzuschreiben, diese persönlichen Anfragen ohne angemessene Schutzmaßnahmen zu teilen, würde der Privatsphäre der Nutzer irreversiblen Schaden zufügen“, monierte Bethell. Die Beschwerde wurde beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eingereicht. 

RWE und KKR bieten offenbar für Uniper Die Beteiligungsgesellschaft KKR und der Energiekonzern RWE haben sich offenbar für ein unverbindliches Angebot für den verstaatlichten deutschen Versorger Uniper zusammengeschlossen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Bis zum Ablauf der Frist in der vergangenen Woche hätten demnach weitere Interessenten unverbindliche Angebote eingereicht. Dazu zählen den Angaben zufolge der norwegische Energiekonzern Equinor sowie der Finanzinvestor Brookfield Asset Management, der gemeinsam mit dem Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) bietet.Mehrere Parteien aus dem ursprünglichen Kreis von rund zehn Bietern haben dagegen auf ein unverbindliches Angebot verzichtet. Das \"Handelsblatt\" hatte vergangene Woche berichtet, dass auch die EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky ein Angebot eingereicht habe.Uniper spielt als großer Gasimporteur und Kraftwerksbetreiber eine wichtige Rolle für die deutsche Energiesicherheit. Deshalb will Berlin sicherstellen, dass das Unternehmen in die Hände eines geeigneten Eigentümers gelangt. Ein Verkauf wäre zugleich ein wichtiger Schritt, um den staatlichen Kriseneingriff im Rahmen der Rettung Unipers im Jahr 2022 rückgängig zu machen. KKR und RWE lehnten eine Stellungnahme ab. Auch Brookfield, CPPIB und Uniper wollten sich nicht äußern. Equinor reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.Das Bundesfinanzministerium würde es bevorzugen, wenn Uniper als integriertes Unternehmen für Gashandel und Stromerzeugung erhalten bliebe, hatte Bloomberg zuletzt berichtet. Auch nach einem Verkauf will der Bund einen Anteil von rund 25 Prozent an dem Unternehmen behalten. Der Uniper-Betriebsrat hat sich entschieden gegen einen Verkauf ausgesprochen. Ein Börsengang, der für die Bundesregierung weiterhin eine Option ist, würde nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter die Unabhängigkeit des Unternehmens besser bewahren.Für RWE bedeutet das Angebot eine Kehrtwende. Vorstandschef Markus Krebber hatte noch im August in einer Analystenkonferenz erklärt, dass RWE kein Interesse an einem Kauf von Uniper habe.

Lindt kappt UmsatzprognoseDem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli haben die Konsumflaute ​und der heiße Sommer zu schaffen gemacht. Der Vorstand ⁠senkt seine Umsatzprognose für 2026: Lindt erwartet nunmehr eine Stagnation oder im besten Fall ein Plus von zwei Prozent, ‌wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Bislang hatte der Hersteller der „Lindor“-Kugeln ein Plus von vier bis sechs Prozent ‌erwartet. An seinem ‌Ziel für die Gewinnmarge, die um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden soll, hält der Konzern jedoch fest.Als einen ​Grund für die mauen ⁠Geschäfte nannte Lindt die hohe Preissensibilität der Verbraucher, die insbesondere im Saisongeschäft zu geringeren ​Bestellungen geführt habe. Die Nachfrage sei vor allem in Deutschland, ⁠Österreich und der Schweiz ‌schwächer als erwartet ausgefallen. Robustes Wachstum habe es dagegen in Märkten wie Nordamerika und Asien gegeben. Für das ⁠kommende Jahr ⁠äußerte sich der Vorstand zuversichtlich. Dann werde dank einer angepassten ⁠Preisstrategie ​und sinkender Kakaopreise ⁠wieder ein positives Volumenwachstum ​zu erwarten sein. Die mittel- bis langfristigen ‌Ziele ab dem Jahr 2028 bestätigte der Konzern.

Heißer Sommer beschert Hornbach glänzende ZahlenDie Hornbach-Gruppe hat dank einer starken Nachfrage ​der Heimwerker ein erfolgreiches erstes Halbjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte in ⁠den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2026/2027 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der um Sondereffekte ‌bereinigte operative Gewinn (Ebit) legte um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro zu. Impulse seien von einer robusten Kundennachfrage insbesondere nach ‌saisonalen Produkten wie Klimageräten ‌und Artikeln zur Beschattung und Bewässerung ausgegangen. Hornbach konnte nach eigenen Angaben in Deutschland und anderen europäischen Ländern Marktanteile hinzugewinnen.„Insbesondere unsere verlässliche Preispolitik, unser Sortiment sowie ​unsere digitalen Angebote sind ⁠wesentliche Erfolgsfaktoren“, betonte der Chef von Hornbach Baumarkt, Erich Harsch. Für die Zukunft äußerte sich der ​Vorstand optimistisch und setzt auf Expansion. So sollen sechs Standorte des insolventen Rivalen ⁠Hellweg in Deutschland ‌übernommen und im Frühjahr 2027 als Hornbach-Märkte neu eröffnet werden. Zudem seien schon neue Märkte in der Slowakei und Österreich eröffnet worden. Ebenso ⁠sei im weiteren ⁠Jahresverlauf die Eröffnung eines weiteren Fachmarkts für Bodenbeläge in den Niederlanden geplant.Trotz anhaltender ⁠geopolitischer ​Unsicherheiten ⁠bestätigte der Konzern seine Prognose für ​das Gesamtjahr. Der Umsatz soll leicht über dem ‌Vorjahreswert liegen und der bereinigte operative Gewinn in etwa auf dem Niveau ​des Vorjahres. 

Niedrigwasser: Rheinfähre meldet Kurzarbeit anDas Niedrigwasser setzt den Rheinfähren stark zu. Wie die in Düsseldorf und Dormagen tätigen Rheinfährbetriebe W. Jansen & Söhne mitteilten, hat das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte Kurzarbeit beantragt. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht, aber es geht nicht anders“, sagte Unternehmer Jens Jansen der dpa. Er führt die Firma mit seinem Vater und seinem Bruder. Die Firma hat zusätzlich zum dreiköpfigen Familiengespann fünf Festangestellte und fünf Aushilfen.Die Fähre verbindet den Düsseldorfer Süden mit dem Dormagener Stadtteil Zons, der einen mittelalterlichen Kern hat und daher bei Touristen und Wochenend-Ausflüglern beliebt ist. Die Zonser Fähre kommt bislang auf mehr als 40 Tage Ausfallzeit in diesem Jahr. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2018 mit 46 Ausfalltagen werde schon bald übersprungen, so Jansen.In diesem Jahr ging es Ende Juli nicht weiter, da der Pegelstand viel zu niedrig war. Nach Regenfällen nahm das Unternehmen den Betrieb Ende August wieder auf. „Wir hatten gehofft, dass die Sache damit ausgestanden ist“, sagt Jansen. „Es hat zwar geregnet, aber ausgerechnet an der Rheinschiene in Süddeutschland gab es nur wenig Niederschlag – und genau da brauchen wir halt Regen, damit der Pegelstand bei uns ausreichend hoch ist.“Während seine Mitarbeiter bald in Kurzarbeit gehen, gilt so eine finanzielle Unterstützung für Vater und Söhne Jansen als Unternehmer nicht. „Es ist noch nicht existenzbedrohend, aber es zehrt an der finanziellen Grundlage, die wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben“, sagt Jansen.Und wann hofft er, dass die Fähre wieder fahren kann? „Es wird länger kräftig regnen müssen. Bis der Pegelstand wieder halbwegs normal und der Rhein befahrbar ist, dauert es noch lange.“ Das werde frühestens nächste Woche sein. „Es ist, wie es ist. Wir können die Sache nicht beeinflussen.“ Die beiden Brüder führen den Fährbetrieb nur als Nebentätigkeit, sie haben noch andere Hauptjobs. Ihr 76 Jahre alter Vater arbeite hingegen noch voll in dem Unternehmen.Bei anderen Rheinfähren wurde der Betrieb ebenfalls schon eingestellt, auch bei ihnen sind die finanziellen Folgen erheblich. Die Bislicher Fähre am Niederrhein, die normalerweise zwischen Xanten und Wesel unterwegs ist, fährt ebenso wenig wie die Fähre Weiß in Köln, die Hitdorfer Fähre in Leverkusen und die Fähre Kaub in Rheinland-Pfalz. Die Liste betroffener Fährbetriebe ist lang.

OpenAI entschuldigt sich nach Zugriff von KI-Agent auf australische Regierungswebsites OpenAI hat sich nach dem Zugriff eines seiner KI-Programme auf australische Regierungswebsites entschuldigt. „Es tut uns leid, und wir arbeiten daran, es in Zukunft besser zu machen“, erklärte OpenAI am Montagabend in einem Blogeintrag. Das Unternehmen werde darlegen, „was wir wissen, was wir geändert haben und was wir unternehmen werden, um das Vertrauen der australischen Bevölkerung wiederherzustellen“.Ein KI-Programm von OpenAI hatte eine Website der australischen Regierung gehackt. Der auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Agent griff nach Angaben von Australiens Premierminister Anthony Albanese auf öffentliche und nicht öffentliche Dateien der für Gesundheit zuständigen Statistikbehörde zu.  Albanese zufolge ereignete sich der Vorfall bereits im Juni. Demnach machte OpenAI die australische Regierung aber erst am 10. September auf den Vorfall aufmerksam - und zwar in einer E-Mail an ein allgemeines Postfach, das nur einmal am Tag überprüft wird. Dazu erklärte das Unternehmen nun, es hätte erste Erkenntnisse „früher“ an australische Behörden weitergeben sollen“. „Unser Ziel war es, den betroffenen Behörden einen detaillierten Bericht vorzulegen, sobald unsere Untersuchung abgeschlossen war“, hieß es in dem Blog weiter. Das Unternehmen räumte aber ein, dass es „die vorläufigen Erkenntnisse früher“ hätte mitteilen „und die australischen Behörden auf dem Laufenden halten sollen, während weitere Fakten bekannt wurden“.Insgesamt wurden vier Plattformen der australischen Regierung von der KI ins Visier genommen, darunter Services Australia, die Website für Sozialleistungen, aus der das Modell nicht öffentliche Informationen abzog. Laut dem Unternehmen hatte die KI in keinem der vier Fälle Zugriff auf personenbezogene Daten. 

Software-Problem verzögert Zulassung neuer Boeing-VarianteDer neue Software-Fehler bei Boeings 737 Max verzögert die Zulassung der größten Modellvariante des weit verbreiteten Flugzeugs weiter. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA wolle über die Zertifizierung der 737 Max 10 erst nach einer Bewertung des neu bekanntgewordenen Problems entscheiden, sagte Behördenchef Bryan Bedford vor Journalisten, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete.Die bereits um Jahre verzögerte Zulassung der 737 Max 10 war früheren Medienberichten zufolge für die kommenden Wochen erwartet worden. Boeing hat für die Maschine mit bis zu 230 Sitzen mehr als 1.500 Bestellungen - sie ist damit sehr wichtig für den US-Konzern im Wettbewerb mit dem europäischen Erzrivalen Airbus.

KI-Firma Anthropic plant Billionen-Börsengang trotz hoher VerlusteDas KI-Unternehmen Anthropic strebt einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Börsenprospekt ​zufolge eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Dies geschieht trotz eines gemeldeten ⁠Nettoverlusts von 42 Milliarden Dollar für das Jahr 2025. Der Börsengang würde die erst vor fünf Jahren gegründete Firma als Maßstab für die Bewertung führender KI-Unternehmen wie dem Konkurrenten OpenAI etablieren. ‌Der Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar enthielt eine buchhalterische Belastung von rund 34 Milliarden Dollar, die sich aus der Neubewertung von Finanzierungen ergab. Zudem plant das Unternehmen in ‌den kommenden Jahren Ausgaben in ‌Höhe von 518 Milliarden Dollar für Cloud- und Recheninfrastruktur.Der Umsatz des Unternehmens wuchs dem Prospekt zufolge 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verzeichnete Anthropic auf operativer Basis einen Verlust von mehr ​als acht Milliarden Dollar. Allein die Ausgaben ⁠für Rechenleistung und Infrastruktur verdreifachten sich im vergangenen Jahr auf 7,33 Milliarden Dollar. Der Börsengang, der nach den US-Zwischenwahlen im ​November stattfinden dürfte, wird den Appetit der Anleger auf hoch bewertete KI-Aktien testen. Er folgt auf den erfolgreichen Börsengang ⁠von SpaceX, ‌das mit 1,77 Billionen Dollar bewertet wurde.

Nvidia-Rivale AMD kauft Start-up von KI-VorreiterinDer Chipkonzern AMD gibt in seinem Wettstreit mit dem Branchenriesen Nvidia mehr als acht Milliarden Dollar für das Start-up einer KI-Pionierin aus. Um Technik für die nächste Generation Künstlicher Intelligenz zu bauen, müsse man tiefgründig verstehen, wie sich die KI-Modelle entwickeln, begründete AMD-Chefin Lisa Su den Zukauf. AMD lässt sich die Übernahme der Firma World Labs 8,2 Milliarden Dollar (7,2 Mrd Euro) in Form eigener Aktien kosten. Gründerin Fei-Fei Li wird Chefwissenschaftlerin von AMD.Nvidia dominiert das Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz und Diensten rund um die Technik. Rivalen wie AMD und Intel konnten sich bisher eher kleinere Nischen erkämpfen, hoffen aber weiterhin, Nvidia mit neuen Produkten mehr Marktanteile abnehmen zu können. Li, die auch Professorin an der Elite-Uni Stanford ist, gilt als eine Vorreiterin der KI-Forschung. Sie gründete World Labs im Jahr 2024.