Die ZDF-Journalistinnen Dunja Hayali und Sarah Tacke bekommen in diesem Jahr den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Hayali frage kritisch „in alle Richtungen“, begründet die Jury die Entscheidung für die Moderatorin des „Morgenmagazins“ und des „Heute-Journals“. Tacke überzeuge mit Kompetenz und Objektivität und durch ihren „Beitrag zu Wahrheit und Klarheit im demokratischen Diskurs“, heißt es über die Leiterin der ZDF-Redaktion „Recht und Justiz“. Den Förderpreis erhält Manuel Biallas vom Norddeutschen Rundfunk. Der NDR darf sich außerdem über einen Sonderpreis für die Redaktion des Magazins „Zapp“ freuen. Der freie Journalist Biallas beschäftige sich mit Themen wie Migration, soziale Ungleichheit, Extremismus und Menschenrechte. „Seine Filme und Texte, Ergebnisse gründlicher Recherchen, bleiben nah an Protagonisten, sind gut verständlich und auf Augenhöhe erzählt“, so die Jury. Mit Blick auf die AfD heißt es in der Entscheidung der Jury: „Neu ist, dass gleich in zwei deutschen Bundesländern eine Partei in Reichweite der Macht ist, die die Kündigung des Medienstaatsvertrags zu einem zentralen Wahlversprechen gemacht hat.“ Was bisher offensichtlich und selbstverständlich gewesen sei – dass unabhängige, professionell gemachte Information eine unverzichtbare Säule der Demokratie sei –, werde nicht mehr von einer gesicherten Mehrheit geteilt. Die Preisjury unter dem Vorsitz von Sandra Maischberger habe ihren Blick in diesem Jahr daher auf besondere Leistungen gerichtet, „die der Meinungs- und Pressefreiheit unter diesen Bedingungen dienen“. Der Preis wird seit 1995 verliehen. Namensgeber ist der im März 1995 gestorbene Reporter und „Tagesthemen“-Moderator Hanns-Joachim Friedrichs. Zu den bisherigen Gewinnern zählen Petra Gerster, Anne Will, Maybrit Illner, Sandra Maischberger, Marietta Slomka, Oliver Welke, Claus Kleber, Ina Ruck und Elmar Theveßen. Verliehen wird der Preis am 5. November in Hamburg. Die Preisverleihung und die darin integrierte Diskussion zum Thema „Journalismus und der Angriff auf die Demokratie – Zeit, sich mit einer Sache gemein zu machen?“ soll Caren Miosga moderieren. Die Aufzeichnung soll noch am selben Abend ausgestrahlt werden.
