FAZ 05.08.2026
13:00 Uhr

Ausbruch in Guatemala: Der Feuervulkan zwingt Tausende zur Flucht


Der Volcán de Fuego in Guatemala schleudert Lava, Asche und heiße Gaswolken aus. Rund 1700 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Zehntausende gelten als gefährdet.

Ausbruch in Guatemala: Der Feuervulkan zwingt Tausende zur Flucht

In Guatemala mussten nach dem Ausbruch des Volcán de Fuego mehrere Gemeinden evakuiert werden. Die Eruption des rund 30 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt gelegenen Vulkans begann am Montagmorgen und verstärkte sich im Laufe des Tages. Aus dem Krater schossen Lavafontänen bis zu 300 Meter hoch. Glühendes Gestein, Asche und heiße Gaswolken strömten die Hänge hinab. Besonders gefährlich sind die sogenannten pyroklastischen Ströme, schnell fließende Gemische aus Gas, Asche und Gestein. Sie bewegten sich durch mindestens fünf Schluchten bis zu sieben Kilometer weit vom Krater weg. Am Dienstagnachmittag trieb der Wind die Asche bis zu 120 Kilometer nach Westen und Nordwesten. Wegen erwarteter Regenfälle warnten die Behörden zudem vor Schlammlawinen, die loses vulkanisches Material mitreißen könnten. Zunächst wurden die Orte El Porvenir und Las Lajitas in der Gemeinde San Juán Alotenango geräumt. Nach Angaben der Behörden brachten sich rund 1700 Personen aus gefährdeten Dörfern in Notunterkünften in Sicherheit. Etwa 29.000 Einwohner der umliegenden Departementos gelten als unmittelbar betroffen. Berichte über Tote oder größere Schäden lagen zunächst nicht vor. Die guatemaltekische Katastrophenschutzbehörde rief die zweithöchste Alarmstufe aus und verstärkte die Überwachung des Vulkans. Die Nationalstraße 14, eine wichtige Verbindung in der Region, wurde vorsorglich gesperrt. In mehreren Gemeinden fiel der Schulunterricht aus. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Wasserbehälter abzudecken, Atemschutzmasken zu tragen und sich von den Schluchten fernzuhalten. Der mehr als 3700 Meter hohe Volcán de Fuego zählt zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Kleinere Explosionen gehören dort zum Alltag. Die jetzige Eruption ist jedoch ungewöhnlich stark und weckt Erinnerungen an die Katastrophe vom Juni 2018. Damals begruben pyroklastische Ströme ganze Orte unter Asche und Schlamm. Mehr als 200 Personen kamen ums Leben.