Die Zahl der erwerbstätigen Rentner ist in Hessen stark angestiegen. Im vergangenen Jahr zählte die Statistik 147.000 Erwerbstätige im Alter von mehr als 64 Jahren. Das waren 19.000 mehr als 2024, wie der Sozialverband VdK unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet. Auch bundesweit ist die Erwerbstätigkeit im Rentenalter gestiegen. 2025 arbeiteten demnach 14 Prozent der Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren, 2024 waren es noch 13 Prozent. 73 Prozent davon waren abhängig beschäftigt. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) arbeiteten dabei geringfügig, etwa in einem Minijob oder Ein-Euro-Job. 40 Prozent gingen ihrer Beschäftigung bis zu zehn Stunden in der Woche nach, während 13 Prozent sogar mehr als 40 Stunden wöchentlich arbeiteten. Für viele Rentnerinnen und Rentner sei die Entscheidung, weiterzuarbeiten, weniger von der Freude am Beruf als von finanzieller Notwendigkeit geprägt, sagt Paul Weimann, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. Ein Hinweis darauf, dass viele Menschen im Ruhestand auf einen zusätzlichen Verdienst angewiesen seien, geht nach seinen Worten auf die „anhaltend hohe Armutsgefährdung der Altersgruppe 65 plus“ zurück. In Hessen gelten laut Sozialberichterstattung 19,5 Prozent der Seniorinnen und Senioren als armutsgefährdet, in Thüringen sind es 18,7 Prozent. „Wir dürfen auch diejenigen nicht vergessen, die von der Option eines Zuverdienstes im Alter ausgeschlossen und ausschließlich auf eine niedrige Rente angewiesen sind“, sagt Weimann. Der VdK fordert deshalb eine auskömmliche gesetzliche Altersversorgung für alle – insbesondere für Menschen, die wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Einschränkungen oder Pflegeverpflichtungen Schwierigkeiten haben, ausreichend vorzusorgen. Zur Finanzierung setzt sich der Sozialverband nach eigenen Angaben seit Jahren für eine Rentenversicherung ein, in die alle Erwerbstätigen einzahlen. Dazu sollen neben Selbständigen auch Beamte sowie Politiker gehören.
