FAZ 07.09.2026
12:40 Uhr

Ägypten: Influencerin zum Tode durch Erhängen verurteilt


Sarah Khalifa ist ein bekanntes Gesicht in Ägypten. Auf Instagram hat sie Millionen Follower. Ein Gericht in Kairo hat die 39-Jährige nun zum Tode verurteilt – sie soll an einem Drogenring beteiligt gewesen sein.

Ägypten: Influencerin zum Tode durch Erhängen verurteilt

In Ägypten ist eine bekannte Fernsehmoderatorin und Influencerin zum Tode durch Erhängen verurteilt worden. Sarah Khalifa soll zusammen mit 20 weiteren Verurteilten, darunter ihr Bruder, im großen Stil Drogen hergestellt und gedealt haben. Vor dem Kairoer Gericht beteuerte sie mehreren Medienberichten zufolge ihre Unschuld. Die regierungsnahe Zeitung „Al-Ahram“ berichtete, in zwei Wohnungen, die als Drogenlabore genutzt worden sein sollen, seien mehr als 750 Kilogramm Betäubungsmittel und Materialien zur Herstellung synthetischer Drogen beschlagnahmt worden. Auch nicht registrierte Schusswaffen wurden der Zeitung zufolge sichergestellt. Die 39-jährige Khalifa wurde außerdem wegen eines Angriffs auf ihren Fahrer, einen jungen Mann, zu drei Jahren Haft verurteilt. Khalifa ist mit mehr als 2,5 Millionen Followern auf Instagram ein bekanntes Gesicht im Land. Sie betrieb auch eine Praxis für kosmetische Eingriffe und war als Eventplanerin tätig, bevor sie im April 2025 verhaftet wurde. Das Urteil erging, nachdem das Gericht den Großmufti Ägyptens um seine religiöse Einschätzung gebeten hatte. Das ist in Fällen vorgeschrieben, in denen die Todesstrafe droht. In Ägypten werden regelmäßig Todesurteile verhängt – im Jahr 2025 waren es laut Amnesty International 492. Davon wurden 23 Todesurteile auch wirklich vollstreckt.