FAZ 11.09.2026
06:11 Uhr

9/11: Was geschah am 11. September 2001?


Zwischen 7.59 Uhr und 8.42 Uhr starten am 11. September 2001 vier Passagierflüge von amerikanischen Flughäfen. Wenige Stunden später ist die Welt eine andere. Eine Chronologie.

9/11: Was geschah am 11. September 2001?

Der 11. September 2001 Ein Tag, der die Welt veränderte Von MAGDALENA TRÖNDLE (Text), STEPHEN-JOHN SWIERCZYNA (Grafik) und FELIPE GONZALEZ (Grafik) Viele erinnern sich noch genau an den 11. September 2001. Daran, wo sie gerade waren, als sie die ersten Nachrichten aus den USA erreichten. Bei den Terroranschlägen an jenem Dienstag vor 25 Jahren verloren fast 3000 Menschen ihr Leben, Tausende wurden verletzt. Es war der schwerste Terrorangriff in der Geschichte – und ein Tag, der die Welt veränderte. Eine Chronologie der Ereignisse des 11. September 2001 An der amerikanischen Ostküste bricht ein klarer, warmer Spätsommertag an. In New York und Washington füllen sich die Büros, Flughäfen und Regierungsgebäude. Zwischen 7.59 Uhr und 8.42 Uhr starten vier Passagierflüge von Flughäfen an der Ostküste. In Boston heben der American-Airlines-Flug 11 und United-Airlines-Flug 175 mit dem Ziel Los Angeles ab. Der American-Airlines-Flug 77 startet in Washington-Dulles mit dem Ziel Los Angeles, der United-Airlines-Flug 93 verlässt Newark mit dem Ziel San Francisco. An Bord der vier Flugzeuge befinden sich 265 Menschen: Passagiere, Besatzungsmitglieder und 19 Männer, die später als Entführer identifiziert werden. Sie gehören dem Terrornetzwerk Al-Qaida an und wollen die Flugzeuge als Waffen einsetzen. Kurz nach den Starts beginnen die Entführungen. Die Täter bringen die Flugzeuge in ihre Gewalt und bringen sie auf andere Routen. In den Cockpits und Kabinen spielen sich dramatische Szenen ab, von denen die Öffentlichkeit noch nichts weiß. Nach etwa 20 Minuten in der Luft verliert die Flugsicherung den Kontakt zu Flug 11 von Boston mit dem Ziel Los Angeles. Die Maschine dreht nach Süden ab und nimmt Kurs auf New York. Eine Flugbegleiterin meldet ihrer Bodenorganisation, das Flugzeug sei entführt worden; sie berichtet von Verletzten an Bord. Um 8.20 Uhr startet Flug 77 in Washington-Dulles mit dem Ziel Los Angeles. Wenig später bricht auch der Kontakt zu dieser Maschine ab. Um 8.24 Uhr gelangt aus Flug 11 eine Funkübertragung eines Entführers versehentlich an die Flugsicherung. Die Durchsage richtet sich offenbar an die Passagiere und fordert sie auf, ruhig zu bleiben. Die Flugsicherung informiert jetzt die Luftwaffe. Abfangjäger werden alarmiert, können Flug 11 jedoch nicht mehr rechtzeitig erreichen. Währenddessen geht auch der Funkkontakt zu Flug 175 verloren, und er ändert seine Flugrichtung. Vom Flughafen Newark in New Jersey hebt der United-Airlines-Flug 93 ab. Um 8.46 Uhr schlägt Flug 11 in den Nordturm des World Trade Centers in Manhattan ein. Das Flugzeug trifft den Turm zwischen dem 94. und 98. Stockwerk. Eine gewaltige Explosion erschüttert das Gebäude, Feuer bricht aus, Rauch dringt in die oberen Etagen. Auf den Straßen unterhalb des Turms herrscht Chaos: Sirenen, Staub, Menschen sind auf der Flucht. Feuerwehr und Polizei schicken alle verfügbaren Einsatzkräfte zum World Trade Center. Fernseh- und Radiosender berichten noch von einem möglichen Flugzeugunglück. In den oberen Stockwerken des Nordturms sind viele Menschen eingeschlossen. Treppenhäuser und Aufzüge werden durch Feuer und Rauch zu lebensgefährlichen Fluchtwegen. Um kurz vor 9.00 Uhr erhält die Flugsicherung Hinweise auf eine Entführung von Flug 175. Um 9.03 Uhr schlägt die Maschine in den Südturm ein, zwischen dem 77. und 85. Stockwerk. Der Einschlag wird von den vielen Kameras, die bereits auf die Türme gerichtet sind, aufgezeichnet. Feuer und Rauch quellen aus dem Nordturm.Picture Alliance Das Flugzeug prallt in den Südturm des World Trade Centers, während Rauch aus dem Nordturm quillt.Picture Alliance Spätestens jetzt ist erkennbar, dass New York gezielt angegriffen wird. In beiden Türmen brennen Etagen. Büroangestellte fliehen über Treppen nach unten, Feuerwehrleute und Polizisten steigen in die Gebäude hinauf, um Menschen zu retten. Durch Hitzeeinwirkung und dichten Rauch in die Enge getrieben, stürzen Menschen aus den zerstörten Fenstern in den Tod. Präsident George W. Bush hält sich zu diesem Zeitpunkt in einer Grundschule in Sarasota, Florida, auf. Sein Stabschef Andrew Card flüstert ihm bei der Begegnung mit Kindern die erschütternde Nachricht ins Ohr: Amerika wird angegriffen. Stabschef Andrew Card flüstert Bush während dessen Grundschulbesuch in Florida die Nachricht ins Ohr.AP Es gibt nun Hinweise darauf, dass auch Flug 77 entführt worden ist. Zudem wird bekannt, dass Flug 93 möglicherweise nicht mehr unter der Kontrolle seiner Besatzung steht. Flug 77 hat inzwischen nach Osten gedreht und fliegt auf die Hauptstadtregion zu. Flug 93 ändert ebenfalls seinen Kurs und fliegt statt nach Westen nach Südosten. Um 9.37 Uhr prallt Flug 77 in die Westseite des Pentagons in Arlington, Virginia. Das Flugzeug durchschlägt einen gerade renovierten Gebäudeteil. Die Explosion setzt Büros in Brand, Rauch steigt über dem Verteidigungsministerium auf. Im Pentagon beginnen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste mit der Evakuierung und der Suche nach Opfern und Überlebenden. In Washington werden das Kapitol, das Weiße Haus und weitere Regierungsgebäude geräumt. Rauch steigt aus dem Pentagon auf, nachdem ein weiteres Flugzeug in das Gebäude gestürzt ist.Picture Alliance Um 9.45 Uhr verbietet die amerikanische Luftfahrtbehörde Starts sämtlicher ziviler Flugzeuge in den Vereinigten Staaten. Hunderte Maschinen werden umgeleitet, viele davon zu Flughäfen in Kanada. Alle noch fliegenden Flugzeuge sind angewiesen, sofort zu landen. Der Präsident steigt in Florida in die Air Force One und wird zum Luftwaffenstützpunkt nach Barksdale nahe Shreveport im Bundesstaat Louisiana geflogen. Um 9.59 Uhr kollabiert der Südturm des World Trade Centers, 56 Minuten nach dem Einschlag von Flug 175. Eine gewaltige Staub- und Trümmerwolke rast durch Lower Manhattan. Staub- und Rauchwolken über den eingestürzten Türmen des World Trade Centers und Manhattan; aufgenommen von einem Mitarbeiter der New Yorker Polizeidpa New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani hat die Evakuierung von Lower Manhattan angeordnet.Helmut Fricke Entsetzte Passanten fliehen durch die Staubwolke in Richtung Brooklyn Bridge.Helmut Fricke Um 10.02 Uhr stürzt United-Airlines-Flug 93 bei Shanksville in Pennsylvania auf ein Feld. Keiner der 44 Menschen an Bord überlebt. Spätere Ermittlungen ergeben, dass Passagiere und Besatzungsmitglieder die Entführer überwältigten und offenbar einen weiteren Angriff verhinderten, der den Regierungsgebäuden in Washington galt. Ermittlungen an der Absturzstelle in Shanksville, PennsylvaniaPicture Alliance Um 10.28 Uhr kollabiert der Nordturm des World Trade Centers. Gut anderthalb Stunden nach dem Einschlag von Flug 11 bricht das Gebäude in sich zusammen. Lower Manhattan wird von einer zweiten Staub- und Druckwelle überzogen. New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani ordnet eine weitgehende Räumung von Lower Manhattan an. Menschen verlassen das Gebiet über Straßen, Brücken, Tunnel und Boote. Krankenhäuser in New York und Washington behandeln Verletzte. Gegen 13:00 Uhr versetzt Präsident Bush die amerikanischen Streitkräfte weltweit in erhöhte Alarmbereitschaft. In einer Erklärung kündigt er an, die Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Um 15.00 Uhr landet die Air Force One auf dem Luftwaffenstützpunkt Offutt in Nebraska. Bush wird in einen sicheren Bunker gebracht, der einem Atomangriff standhalten kann. Um 16.30 Uhr fliegt er zurück nach Washington. Um 17.20 Uhr kollabiert das schwer beschädigte World-Trade-Center-Gebäude 7, nachdem es stundenlang gebrannt hat. Der Einsturz führt zu einer neuen Staub- und Trümmerwolke, die die Einsatzkräfte zum Rückzug zwingt. Am Abend wendet sich Präsident George W. Bush in einer Rede aus dem Weißen Haus an die Nation. Er verspricht, die Vereinigten Staaten würden die Täter und diejenigen, die sie unterstützt hätten, zur Rechenschaft ziehen. Ein Mann steht am Tag des Anschlags zwischen den Trümmern des World Trade Centers.Picture Alliance Bei den Anschlägen am 11. September sterben fast 3000 Menschen – davon 2753 am World Trade Center, 184 am Pentagon und 44 bei dem Absturz in Pennsylvania. Viele Einsatzkräfte sterben später an den Folgen ihrer Arbeit in den Trümmern. Quellen: Landeszentrale für politische Bildung, Bundesregierung, Reuters, New York State government, FEMA, New York Times, FlightExplorer.com, University of Sydney - Department of Civil Engineering, Wikipedia