FAZ 25.09.2026
17:33 Uhr

(+) neue Museen in Riehen: Siebenlagige Wände sind noch kein Qualitätsausweis


Der Schweizer Architekt Peter Zumthor baut der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel gleich drei neue Häuser. Eines davon ist wegweisend, das andere problematisch.

(+) neue Museen in Riehen: Siebenlagige Wände sind noch kein Qualitätsausweis

Wenn es einen Preis geben würde für die heiterste Museumslandschaft der Welt, dann hätte die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel gute Chancen: Man wandert an kleinstädtischen alten Schweizer Häusern vorbei und in einen öffentlichen Park, sieht die Ausläufer des Schwarzwaldes und die spätsommerlich besonnten Weinberge und schreitet hinunter zu einem in die geschwungene Topographie eingebetteten Meisterwerk des Museumsbaus, das hinter einem Seerosenteich auftaucht: Vor fast drei Jahrzehnten hat Renzo Piano hier für die Kollektion des Kunsthändler- und Sammlerpaares Ernst und Hildy Beyeler ein Gebäude errichtet, das gleichzeitig etwas Tempelhaft-Erhabenes, aber auch Zurückgenommen-Heiteres hat. Aus den von Oberlicht erhellten Räumen des Baus, der an einen vergrößerten kaliforischen Mid-Century-Bungalow erinnert, hat man einen Blick in die Natur, aber nirgendwo fallen Schlaglichter auf die Kunstwerke, dafür sorgt der weite Dachüberstand.

Das Hörspiel „Wahn“ greift den Fall des Massenmörders Ernst Wagner auf, den die Nazis aus der Psychiatrie freibekommen wollten. Wie private und politische Verschwörungstheorien ineinandergreifen – hier wird es vorgeführt.

Bühnenzauberei über das Älterwerden, heiter, melancholisch, unfassbar komisch und albern: Sidi Larbi Cherkaoui und Martin Zimmermann geben uns in ihrem Stück „Has Been“ faszinierende Rätsel auf.

Annemirl Bauer lebte in der DDR wegen ihrer politischen Ansichten unter prekären Umständen. Sie malte auf Untergründen, die sie teilweise aus dem Sperrmüll fischte. Nun widmen sich in Berlin und Potsdam zwei Schauen der großen Malerin.

Redakteur im Feuilleton / Frankfurter Allgemeine Quarterly.

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