FAZ 15.08.2026
12:48 Uhr

(+) Roman über Paul Celan: Mein Jetzt ist sein Damals


Boris Schumatsky erzählt in seinem neuen Roman „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“ von einer sowjetischen Kindheit in Moskau, dem Paris von Paul Celan und der Berliner Gegenwart von Krieg und Antisemitismus.

(+) Roman über Paul Celan: Mein Jetzt ist sein Damals

Ein Junge hat in Moskau mit Eisbrocken einen Bach gestaut, und das Wasser steht jetzt bis unter das Auto eines Veteranen, der zum Kind kommt und sich vor ihm aufbaut. „Er sprach ein Russisch, das noch nie jemand mit mir gesprochen hatte. Die einzelnen Schimpfwörter kannte natürlich jedes Kind, aber was der Veteran mit diesen Wortbausteinen machte, klang für mich nicht richtig“, erinnert sich das Kind. „Zugleich war es eindeutig meine Muttersprache, denn es tat weh. Es war keine Drohung, seine Sprache war schon meine Strafe.“  Was Sprache schafft und anrichtet, diese Frage hält den neuen Roman von Boris Schumatsky zusammen: „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“.

Eva Menasses neuer Roman „Alleinruhelage“ erzählt vom Bemühen einer Schriftstellerin, für sich und ihre Familie ein Wochenendhaus in idyllischer Umgebung zu unterhalten. Nicht alles bleibt dabei idyllisch.

Wim Wenders hat zugesagt, die Nacktszene mit Nastassja Kinski aus dem Film „Falsche Bewegung“ herauszuschneiden. Das ist ein Mittel des analogen Zeitalters. Auch eine digitale Bearbeitung wäre möglich gewesen.

Abgeschoben in die Psychiatrie, ohne dass sich die Familie daran groß störte: Adèle Yon erzählt in „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ die Geschichte ihrer Großmutter.

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