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02.10.2026
10:41 Uhr
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Immer häufiger wird in Politik und Medien die Schicksalsgemeinschaft beschworen. Das verschleiert die Zusammenhänge und verstärkt das Ohnmachtsgefühl. In der politischen Rhetorik hat der Begriff nichts verloren.

Sowohl im Feuilleton als auch der politischen Debatte taucht ein nicht ganz neuer Begriff wieder verstärkt auf: Schicksalsgemeinschaft. Der Heidelberger Historiker Thomas Maissen zum Beispiel stellte seine Begründung, warum er als gebürtiger Schweizer die deutsche Staatsbürgerschaft erstrebt, unter den Titel: „Ich will Teil sein dieser Schicksalsgemeinschaft.“ Der Militärhistoriker Sönke Neitzel wiederum sagte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“: „Wenn es zu einem Krieg kommt, dann sind wir in einer Schicksalsgemeinschaft.“ Simon Strauß, Redakteur im Feuilleton, sah darin einen „mentalen Rückhalt“ für Forderungen nach „Kriegstüchtigkeit“ und verschmolz beide Begriffe zum Adjektiv „schicksalstüchtig“.
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