FAZ 30.07.2026
06:50 Uhr

(+) Guterres-NAchfolge: Schicksalswahl für die Vereinten Nationen


Sieben Kandidaten bewerben sich, um UN-Generalsekretär António Guterres nachzufolgen, dessen Amtszeit am 31. Dezember endet. Dabei geht es um mehr als einen Kandidaten – es geht auch darum, welche Bedeutung die Organisation in Zukunft noch haben wird.

(+) Guterres-NAchfolge: Schicksalswahl für die Vereinten Nationen

Am heutigen Donnerstag beginnt im Sicherheitsrat die entscheidende Phase der Wahl des nächsten UN-Generalsekretärs. Mit den ersten informellen Probeabstimmungen, den sogenannten Straw Polls, wird sichtbar, welche der sieben Kandidatinnen und Kandidaten realistische Chancen auf das höchste Amt der Weltorganisation haben. Die Wahl, die seit November 2025 läuft, entscheidet über weit mehr als die Nachfolge von Guterres. Sie wird zeigen, welche Führungspersönlichkeit unter den Bedingungen der neuen geopolitischen Rivalität überhaupt noch konsensfähig ist und welchen Platz die Großmächte den Vereinten Nationen in einer zunehmend polarisierten Welt noch einräumen.

China und die EU drehen weiter an der handelspolitischen Eskalationsschraube. Überrollt von der Exportwelle der Volksrepublik suchen die Europäer nach Antworten. Bei nächtlichen Beratungen auf dem EU-Gipfel ging es darum, ob künftig eine härtere Linie nötig ist.

Zukunftstechnologien erfordern immer mehr kritische Rohstoffe. Die aber liegen in den Händen weniger Länder. In Zeiten der geoökonomischen Machtpolitik achten diese mehr und mehr darauf, ihre Vorkommen für sich selber zu nutzen und als Druckmittel einzusetzen.

Deutschland ist mit seiner Bewerbung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Es hätte gute Argumente dafür gegeben. Doch der Völkerbund steckt in einer tiefen Krise und braucht eine grundlegende Reform.

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