Dlf 20.03.2026
00:48 Uhr

Treffen in Brüssel - EU-Gipfel: Merz verärgert über Orban - EU will zu Sicherung der Straße von Hormus nur unter Bedingungen beitragen


Bundeskanzler Merz hat die Blockade milliardenschwerer Ukraine-Hilfen durch den ungarischen Ministerpräsidenten Orban als "Akt grober Illoyalität" kritisiert. Das Agieren Orbans werde tiefe Spuren hinterlassen, sagte Merz nach den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union in Brüssel.

Treffen in Brüssel - EU-Gipfel: Merz verärgert über Orban - EU will zu Sicherung der Straße von Hormus nur unter Bedingungen beitragen
Was im Europäischen Rat geschehen sei, werde man so nicht hinnehmen, fügte der CDU-Chef hinzu. Im Zuge der anstehenden Haushaltsaufstellung der EU müsse man nun noch einmal ganz grundsätzlich beraten. Der Gipfel war zu Ende gegangen, ohne dass die Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro freigegeben wurden. Ungarn und die Slowakei blieben bei ihrer Ablehnung.

Gahler (CDU): Zahlungsunfähigkeit der Ukraine verhindern

Der CDU-Europaabgeordnete Gahler sagte im Deutschlandfunk, die EU habe die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass die Ukraine nicht am 1. April zahlungsunfähig sei und könne im Rahmen der sogenannten Ukraine-Fazilität Gelder auch ohne die Zustimmung aller Mitgliedsstaaten freigeben. Auf Ungarn könne die EU-Kommission unterdessen Druck ausüben, indem sie Zahlungen nicht tätige, die dem Land eigentlich zustünden.

EU will "Freiheit der Schifffahrt" in der Straße von Hormus gewährleisten

Bei den Beratungen hat die EU ihre Bereitschaft erklärt, bei der Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu helfen – knüpft dies aber an nicht näher genannte Bedingungen. In der Gipfelerklärung von Brüssel heißt es, die Mitgliedstaaten wollten die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten, sobald die Voraussetzungen dafür gegeben seien. Damit schließt sich die EU der zurückhaltenden Haltung Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, der Niederlande und Japans an. Sie hatten ebenfalls Hilfe angeboten, ohne konkret auf das Hilfsersuchen von US-Präsident Trump einzugehen.
Ähnlich äußerte sich auch Bundesverteidigungsminister Pistorius. Eine Bewertung der ⁠notwendigen Unterstützung ⁠könne ⁠erst nach einem Waffenstillstand erfolgen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Zudem käme eine deutsche Beteiligung nur im Rahmen eines internationalen ‌Mandats oder einer Kooperation sowie unter Zustimmung des Bundestages infrage.
Weitere Informationen zum Iran-Krieg in unserem Newsblog.

Aus dem Deutschlandfunk Programm

EU-Gipfel in Brüssel - Ungarn bremst Ukraine-Gelder aus
Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.