Dlf 03.09.2026
07:03 Uhr

Nach Drohnenvorfall in Leipzig - Russland schließt Goethe-Institute - Moskau will aber diplomatische Beziehungen aufrechterhalten


Die deutschen Goethe-Institute in Russland werden geschlossen. Dies kündigte der russische Außenminister Lawrow an. Er erklärte in Moskau, mit der Maßnahme reagiere man auf das angekündigte Ende für das "Russische Haus" in Berlin. Das Goethe-Institut betreibt neben seiner Hauptstelle in Moskau weitere Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Nowosibirsk.

Nach Drohnenvorfall in Leipzig - Russland schließt Goethe-Institute - Moskau will aber diplomatische Beziehungen aufrechterhalten
Die Schließung des Kulturzentrums "Russisches Haus" war eine von mehreren deutschen Maßnahmen gegen Russland. Auch das russische Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden. Die Bundesregierung macht Moskau für den versuchten Anschlag mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle im vergangenen Monat verantwortlich.

Russischer Botschafter wird in Berlin belassen

Russland will ungeachtet der deutschen Sanktionen an den diplomatischen Beziehungen festhalten. Wie Kremlsprecher Peskow mitteilte, wird der russische Botschafter in Berlin belassen und nicht abgezogen. Dass Deutschland das russische Generalkonsulat in Bonn schließen wolle, sei absurd. Mit dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle habe man nichts zu tun.
Deutschlandfunk-Hauptstadtkorrespondent Vladimir Balzer erklärt, dass es noch keinerlei praktische Schritte von Seiten der russischen Behörden gibt, um die Schließungen umzusetzen. Das könne sich aber jederzeit ändern. Es könne sein, dass in einer Stunde die Polizei vor der Tür stehe. Es könne aber auch sein, dass erst einmal gar nichts geschehe, weil sich bei den Behörden niemand so recht zuständig fühle. Insofern sei auch denkbar, dass die Goethe-Institute sogar vorerst geöffnet bleiben könnten.
Bundesaußenminister Wadephul (CDU) kritisierte die russischen Schritte. "Das Goethe-Institut hat in Russland eine wichtige Funktion als Kulturbrücke übernommen, und wir wären bereit gewesen, das fortzusetzen", sagte Wadephul in Weimar. "Ich bedauere, dass Russland diesen Schritt gegangen ist."

Kulturrat: Letzte Türen schließen zwischen Russland und Deutschland

Für den Deutschen Kulturrat ist die Schließung ein bedauerlicher Schritt. "Jetzt werden die allerletzten Türen geschlossen", sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann der Katholischen Nachrichten-Agentur. Russlands Regierung übe seit Jahren Druck auf deutsche Kultureinrichtungen aus, so etwa auf die Deutsche Welle oder die Politischen Stiftungen. "Das Goethe-Institut ist eines der letzten Pflänzchen des Austausches gewesen", betonte Zimmermann. Diese weitere Eskalationsstufe sei besonders für Teile der russischen Bevölkerung sehr schlimm.
Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wurden inzwischen zwei Tatbeteiligte des Anschlagsversuchs identifiziert. Es soll sich um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass sowie um einen Mann aus Belarus mit russischem Pass handeln. Der Kreml bestreitet eine Verantwortung für den Anschlag.

Weitere Informationen:

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Diese Nachricht wurde am 03.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.