Die Sondersitzung soll am Dienstag per Videoschalte stattfinden. Auch Spaniens Ministerpräsident Sanchez wandte sich an die EU-Ratspräsidentschaft. In einem Schreiben beklagte er allerdings, einige Mitgliedsstaaten seien von Vorurteilen, Falschmeldungen und politischen Interessen getrieben. Sanchez betonte, dass Ceuta nicht zum Schengen-Raum gehöre und Migranten von dort nicht einfach in andere EU-Länder weiterreisen könnten.
"Fast alle wieder in ihrer Heimat"
Nach Angaben der Regierung in Madrid kehrten nahe zu alle Menschen nach Marokko zurück. Nur einige hundert befänden sich nach in Ceuta. EU-Migrationskommissar Brunner erklärte, keine einzige Person habe die Grenze zum europäischen Festland überschritten. Etwa 50.000 Menschen hatten Ceuta in den vergangenen Tagen zumeist schwimmend von Marokko aus erreicht. Behörden zufolge stieg die Zahl der Todesopfer auf 67.
Die Ereignisse lösten eine neue Debatte über den Schutz der EU-Außengrenzen und eine konsequentere Rückführung von Migranten aus. Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien aus. Frankreich verstärkte die Grenzkontrollen zum Nachbarland. Experten der EU-Mitglieder wollten am Samstag über die Lage beraten, Spaniens Regierungschef Sánchez forderte eine Sondersitzung auf Ministerebene.
Der CDU-Innenpolitiker Seif forderte eine grundsätzliche Debatte über den Umgang mit Migration in der EU.
Seif sagte im Deutschlandfunk
, das europäische Asylsystem sei dysfunktional. Der Vorfall in Ceuta zeige, dass vor allem Menschen angezogen würden, die keinen erkennbaren Schutzanspruch hätten.
Diese Nachricht wurde am 01.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
