Bundesaußenminister Wadephul sagte in Luxemburg, vor der Ukraine liege eine Wegstrecke und das Ziel sei nicht morgen erreicht. Dennoch gehe es um mehr als Symbolik und der Verhandlungsbeginn sei ein "historischer Zeitpunkt für Europa und auch für die Ukraine". EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bezeichnete die Eröffnung der Verhandlungen am Rande des G7-Gipfels als einen "gewaltigen Schritt nach vorn". Die Ukraine habe bemerkenswerte Reformfortschritte absolviert.
Mit dem ersten Verhandlungsabschnitt werden Gespräche über Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit begonnen. Kandidatenländer müssen dabei unter anderem nachweisen, dass ihre Rechtssysteme, der Grenzschutz und die Polizei den EU-Standards entsprechen. Eine Garantie für einen späteren Beitritt sind die Verhandlungen nicht. Beobachter sehen die Ukraine vor zahlreichen Reformen im Zuge des Beitrittsprozesses, zum Beispiel im Bereich der Korruptionsbekämpfung.
Auch die Beitrittsverhandlungen mit Moldau werden am Abend begonnen. Formal waren die Gespräche mit beiden Ländern bereits im Juni 2024 eröffnet worden, aber durch ein Veto des Ungarns blockiert. Erst nach der Abwahl des langjährigen russlandnahen Regierungschefs Orban im April kam wieder Bewegung in den Prozess.
Neben der Ukraine und Moldau streben vor allem die Westbalkanländer Montenegro, Albanien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und das Kosovo in die EU. Am weitesten im EU-Aufnahmeprozess ist nach der jüngsten Analyse der EU-Kommission Montenegro - die Verhandler kamen nun in Luxemburg bereits zur 27. Verhandlungsrunde zusammen.
Diese Nachricht wurde am 15.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
