Dlf 15.06.2026
10:37 Uhr

Künstliche Intelligenz - Nach Anthropic-Entscheidung der US-Regierung: KI-Bundesverband fordert Souveränitätsgipfel


Nach der umstrittenen Entscheidung der US-Regierung zu KI-Modellen der Firma Anthropic fordert der Bundesverband von Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz in Deutschland ein Gipfeltreffen. In einer Mitteilung heißt es, Künstliche Intelligenz sei strategische Infrastruktur. Wer sie nicht selbst kontrolliere, werde von anderen kontrolliert.

Künstliche Intelligenz - Nach Anthropic-Entscheidung der US-Regierung: KI-Bundesverband fordert Souveränitätsgipfel
Auf dem Gipfel sollten unter anderem Vertreter von Bundesregierung, EU-Kommission, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden zusammenkommen, um im Hinblick auf Souveränität verbindliche Entscheidungen zu treffen. Der KI-Bundesverband fordert unter anderem eine Verdreifachung der öffentlichen Mittel für die europäische Entwicklung von KI-Modellen. Außerdem sollten alle staatlichen Stellen und Betreiber kritischer Infrastruktur ihre Abhängigkeiten von Drittstaaten systematisch erfassen und mit verbindlichem Zeitplan reduzieren. Für KI-Systeme in sensiblen staatlichen Bereichen müsse gelten, dass Speicherung, Verarbeitung und Kontrolle von Daten vollständig in Europa bleiben müsse. Die EU-Kommission teilte mit, die aktuelle Entwicklung sei ein weiteres Beispiel, warum Europa seine technologische Souveränität stärken müsse.
Die US-Regierung hatte den KI-Entwickler Anthropic angewiesen, seine neueste Software für Ausländer zu blockieren. Begründet wurde das mit Sicherheitsbedenken. Die US-Regierung habe diese jedoch nicht näher ausgeführt, erklärte Anthropic. Offenbar sei sie jedoch besorgt wegen sogenannter Jailbreaks, also Methoden, mit ⁠denen ⁠Nutzer die eingebauten Sicherheitsvorkehrungen der KI umgehen ⁠können. Die US-Behörden befürchteten anscheinend, dass die Modelle zur Aufdeckung von Schwachstellen in ⁠Software missbraucht werden könnten. Da die Umsetzung der Regierungsvorgaben schwierig sei, kappte Anthropic den Zugang zunächst für alle Nutzer weltweit.
Diese Nachricht wurde am 15.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.