Die Pläne der FIFA und ihres Präsidenten Infantino sahen vor, mit dem Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Dafür wollte der Fußballweltverband das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Laut Berichten setzte die FIFA eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung.
UEFA hatte mit Boykott von FIFA-Turnieren gedroht
Mehrere Kontinentalverbände und Fußball-Funktionäre stellten sich gegen das Vorhaben. Der europäische Verband UEFA drohte mit dem Boykott der Weltmeisterschaft. "Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen", hatte der Dachverband des Fußballs in Europa nach einem Dringlichkeitstreffen seiner Mitgliedsverbände verkündet.
Auch die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige CONCACAF und der asiatische Fußballdachverband AFC gingen deutlich auf Distanz zu Infantino und seinen Plänen.
Berater Infantinos zurückgetreten
Ein hochrangiger Berater Infantinos trat zurück und sprach von einem schlechten Geschäft für den Fußball. Der operative Geschäftsführer der FIFA, Lamour, sagte, die Mitarbeiter des Weltverbands seien von Infantino getäuscht worden. Er beschrieb den Vorschlag als Projekt einer einzigen Person.
Infantino erklärte dagegen, Ziel der FIFA sei es, stets zu vereinen und zu verbessern. Es sei seine Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen "im Geiste des gemeinsamen Interesses an unserem Sport wieder zusammenzubringen, mit dem Ziel, den Fußball überall weiter voranzubringen, insbesondere in jenen Ländern, die unsere Unterstützung am dringendsten benötigen".
Reaktion der UEFA
Die Union der Europäischen Fußballverbände (UEFA) dankte derweil "allen Fans, Ligen, Vereinen, Spielern, Einzelpersonen, Verbänden und Konföderationen, die sich diesem Vorhaben widersetzt haben, sowie den zahlreichen Premierministern, Staatschefs und Kommentatoren, die dem FIFA-Präsidenten verdeutlicht haben, dass der Fußball nicht käuflich ist".
In einer Mitteilung sprach der europäische Verband von einem "Sieg für das gesamte Spiel" - mahnte jedoch, so könne man nicht weitermachen. Angesichts von "geheimen Plänen", die im Eilverfahren von "gesichtslosen Akteuren" ausgeheckt worden seien und deren Nutzen für den Sport "höchst fragwürdig" sei, müsse man die Verantwortlichen benennen und zur Rechenschaft ziehen.
Die UEFA kündigte an, in den kommenden Tagen und Wochen gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden und anderen Konföderationen die Hintergründe zu analysieren. Ziel sei es, sicherzustellen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Neben dem europäischen, begrüßte auch der asiatische Verband AFC den Rückzug des Investorenplans und forderte Transparenz für künftige Initiativen.
Diese Nachricht wurde am 01.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
