Auf Wunsch von Präsident Macron soll das neue Gesetz bereits nach den Sommerferien in Kraft treten. Demnach sind ab September neue Konten für unter 15-Jährige auf Sozialen Medien verboten, für bestehende Konten gibt es eine Übergangsfrist bis zum Jahresende. Zudem wird das Handyverbot in Schulen auf die Oberstufe ausgeweitet. Es gibt allerdings weiterhin Ausnahmeregelungen.
Ziel des Gesetzes ist es, gesundheitsschädliche Auswirkungen der Onlinenetzwerke auf Heranwachsende zu vermeiden. Dafür müssen die Plattformen ein System zur Altersüberprüfung einrichten.
Diskussion in der EU und in Deutschland
Die EU will demnächst Vorschläge für Einschränkungen vorlegen. Auch in Deutschland gibt es Überlegungen. Viele Experten warnen allerdings vor pauschalen Verboten. Zudem gibt es Zweifel an der Effektivität.
Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) drängt indes auf eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für algorithmusbasierte Soziale Medien. Zugleich müsse es eine Stärkung von Medienkompetenz inklusive Hilfestellungen für Eltern geben, teilte das DZPG mit. Begründet wird die Forderung mit dem aktuellen Forschungsstand zu den Auswirkungen Sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die wissenschaftliche Evidenz sei belastbar genug, um politisch zu handeln. Weiter heißt es, noch unveröffentlichte Daten zeigten, dass auch eine problematische Social-Media-Nutzung der Eltern ein Risikofaktor sei, wenn es um Schutzmaßnahmen gehe.
Diese Nachricht wurde am 22.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
